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23.01.2007

11:23 Uhr

Konflikt mit Gewerkschaft

Streikaufruf setzt BA-Chef Walsh unter Druck

VonDirk Heilmann

Der Arbeitskonflikt bei British Airways (BA) spitzt sich zu. Nachdem die Gespräche mit der Transportarbeitergewerkschaft T&G gescheitert sind, rief diese das Kabinenpersonal zu einer Serie von drei dreitägigen Streiks im Januar und Februar auf.

LONDON. BA-Chef Willie Walsh warnte, dass die Fluggesellschaft dadurch im Kampf mit den Billigfliegern zurückfallen werde. BA bat die Schlichtungsorganisation Acas um Vermittlung, um den Streik noch abzuwenden. Analysten befürchten Umsatzeinbußen in dreistelliger Millionenhöhe.

Der erste Streik werde am 29. Januar beginnen und den BA-Verkehr für 72 Stunden zum Erliegen bringen, kündigte T&G an. In einer Urabstimmung hatte sich am 12. Januar die große Mehrheit des Kabinenpersonals für den Streik ausgesprochen. „Unsere Mitglieder sind es leid, dass sie zur Arbeit genötigt werden, selbst wenn sie krank sind“, sagte T&G-Generalsekretär Jack Dromey, „und wollen nicht mehr hinnehmen, dass die Löhne für neue Kollegen an der Armutsgrenze liegen.“

Die BA-Führung will zwar nicht von dem seit eineinhalb Jahren geltenden Programm zur Reduzierung der Fehlzeiten abrücken, ist aber bereit, über die Umsetzung zu reden. Das Programm hat die durchschnittlichen Fehlzeiten von 22 auf zwölf Tage im Jahr gedrückt – was immer noch weit über dem nationalen Durchschnitt von gut sieben Tagen liegt. Die Mitarbeiter fühlen sich aber durch Kontrollanrufe von Vorgesetzten bedroht. Die T&G-Forderungen nach höheren Einstiegsgehältern – derzeit mindestens 22 000 Pfund (33 000 Euro) im Jahr – würde bis zu 50 Mill. Pfund im Jahr kosten, rechnet ein Firmensprecher vor. Durch weitere Forderungen von T&G kämen noch 37 Mill. Pfund im Jahr dazu – dabei will Walsh die jährlichen Ausgaben um 450 Mill. Pfund senken.

Walsh hat sich seine Sporen als knallharter Sanierer der irischen Aer Lingus verdient, bevor er 2005 bei British Airways antrat. Als BA-Chef verlor er keine Zeit und schwenkte gleich auf Sparkurs ein. Zunächst halbierte er das Top-Management und schickte ein Drittel des mittleren Managements nach Hause. Dann schloss er die firmeneigenen Reisebüros und drei Call-Center. Insgesamt 1 000 Stellen fielen durch diese beiden Schritte weg. Die verlustbringende Regionalflugsparte BA Connect verkaufte er an den Konkurrenten Flybe.

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