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07.01.2015

10:08 Uhr

Konkurrenz durch Aldi & Co.

Sainsbury warnt vor „herausforderndem“ Jahr

Selbst zur weihnachtlichen Haupthandelszeit konnte die britische Supermarktkette ihren Umsatzrückgang nicht stoppen. Sainsbury sieht sich selbst vor einem schwierigen Jahr. Der Grund dafür kommt aus Deutschland.

Der Umsatz von Sainsbury geht weiter zurück. Die britischen Supermarktkette konnte selbst von Weihnachtseinkäufen nur wenig profitieren. AFP

Der Umsatz von Sainsbury geht weiter zurück. Die britischen Supermarktkette konnte selbst von Weihnachtseinkäufen nur wenig profitieren.

DüsseldorfIn der Woche vor Weihnachten schaffte Sainsbury einen neuen Rekord: 29,5 Millionen Konsumenten kauften bei der britischen Supermarktkette ein, so viele wie nie zuvor. Doch zu Feierlichkeiten ist bei dem Unternehmen trotzdem niemandem zumute. Denn in den zwei Wochen bis zum 3. Januar sank der Umsatz um 1,7 Prozent. Dies ist gewöhnlich die weihnachtliche Haupthandelszeit in England. Nun spricht Sainsbury selbst von „herausfordernden“ Aussichten für das laufende Bilanzjahr.

Nachweihnachtliche Hoffnung macht jedoch der Vergleich mit dem Vorjahr. Sainsbury konnte seinen Gewinnrückgang demnach etwas verlangsamen. Damals war der Absatz um 2,8 Prozent zurückgegangen. Analysten hatten für dieses Jahr sogar einen noch höheren Schwund erwartet. „Im derzeitigen Umfeld ist es ein vernünftiges Abschneiden“, sagte der Analyst Bryan Roberts von Kantar Retail der Nachrichtenagentur Bloomberg. Sainsbury erwartet nun für das laufende Jahr, dass die Verkäufe im vierten Quartal ähnlich aussehen werden wie im ersten Halbjahr.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Der Umsatz pro Supermarkt sinkt bei Sainsbury seit vier Quartalen in Folge. Der Grund dafür kommt aus Deutschland: Wie auch der britische Konkurrent Tesco leidet Sainsbury unter der zunehmenden Beliebtheit der deutschen Discounter Aldi und Lidl auf der Insel.

Um Kunden zurückzugewinnen, will Sainsbury nun die Preise von mehr als 700 Produkten senken – von Butter bis Würstchen. Diese Strategie ist Teil eines Investments von 150 Millionen Pfund. Auch Wal Mart reagiert auf die deutschen Discounter und will seine Produkte ebenfalls günstiger anbieten. Dort redet man von einer Summe von 300 Millionen Pfund. „Der britische Lebensmittelmarkt bleibt wettbewerbsintensiv“, sagte der Analyst John Kershaw von Exane BNP Paribas. Aldi und Lidl sei Dank.

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