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30.07.2014

13:40 Uhr

Konkurrenz durch Flipkart

Amazon investiert Milliarden in Indien

Amazon investiert massiv, um weiter zu wachsen: Indien soll das Land sein, das bei dem Online-Händler den Umsatz steigen lässt. Zuvor hatte sich der indische Konkurrent Flipkart frisches Geld gesichert.

Amazon will weiter hoch hinaus: Der weltgrößte Online-Händler setzt dabei auf den indischen Markt. dpa

Amazon will weiter hoch hinaus: Der weltgrößte Online-Händler setzt dabei auf den indischen Markt.

MumbaiAmazon treibt seine Investitionen voran und pumpt weitere zwei Milliarden Dollar in den aufstrebenden indischen Markt. So wie sich Indien derzeit entwickele, könnte es das Land werden, in dem Amazon am schnellsten die Marke von einer Milliarde Dollar Umsatz erreiche, sagte Konzern-Chef Jeff Bezos am Mittwoch. Mit dem zusätzlichen Geld sollte weiteres Wachstum sichergestellt werden. Wegen seiner hohen Investitionen war der US-Konzern zuletzt in die roten Zahlen gerutscht, obwohl der Umsatz stetig steigt.

Amazon hatte seine Präsenz in Indien erst vor einem Jahr aufgebaut. Derzeit betreibt der US-Konzern dort eine Seite mit etwa 17 Millionen verschiedene Artikeln anderer Anbieter. Indiens Regierung erwägt derzeit, ausländischen Händlern auch den direkten Handel zu erlauben. In einem ersten Schritt ist mittlerweile der direkte Verkauf von in Indien produzierten Waren gestattet.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Studien zufolge wächst der Internet-Handel in Indien derzeit pro Jahr um 34 Prozent. Erst am Dienstag hatte sich der Indiens größter Online-Händler Flipkart eine Milliarde Dollar frisches Kapital gesichert. Konkurrenten in dem 13 Milliarden Dollar schweren Markt sind Snapdeal, Jabong und Ebay.

„Es geht nur darum, wer am schnellsten wächst und in den nächsten Jahrzehnten seine Stellung behauptet“, sagte Analyst Harminder Sahani von der Beratungsfirma Wazir Advisors. Der Forschungsgruppe Technopak zufolge wird der Online-Markt bis 2021 auf 76 Milliarden Dollar anwachsen. Zum Vergleich: In China wird er in diesem Jahr laut E-Marketer die Marke von 180 Milliarden Dollar übersteigen.

Von

rtr

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