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27.03.2006

12:04 Uhr

Konsortium mit Goldman Sachs

Karstadt verkauft seine Warenhäuser

Karstadt-Quelle hat seine verbliebenen großen Waren- und Sporthäuser für einen Milliardenbetrag an ein Konsortium verkauft, an dem der Handelskonzern selbst beteiligt ist. Das dürfte dem Unternehmen helfen, endgültig aus den roten Zahlen zu kommen. Doch das Immobiliengeschäft wirft Fragen auf.

Karstadt hat sich halb von seinen Immobilien getrennt. Foto: dpa

Karstadt hat sich halb von seinen Immobilien getrennt. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Die Immobilien seien an ein Unternehmen verkauft worden, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs über deren Immobilienfonds Whitehall 51 Prozent der Anteile halte und die Karstadt-Quelle AG 49 Prozent. Der Wert der Transaktion belaufe sich auf 4,5 Mrd. Euro, wovon unmittelbar 3,7 Mrd. Euro Karstadt-Quelle zufließen würden. Weitere 0,8 Mrd. Euro erwarte der Konzern aus künftigen Wertsteigerungen. Es handelt sich bei den verkauften Immobilien um 85 Warenhäuser, 12 Sporthäuser, 29 Parkhäuser, 15 Bürogebäude und 33 weitere Objekte.

Der Handelskonzern will alle Gebäude zurückmieten und – anders als die im vergangenen Jahr abgestoßenen 74 kleineren Warenhäuser – selber weiter betreiben. In den nächsten Monaten will sich Karstadt-Quelle von weiteren Gebäuden und Grundstücken trennen und erwartet daraus Einnahmen von 600 Mill. Euro.

Unklar ist, wie Karstadt-Quelle das Gemeinschaftsunternehmen finanziell ausgestattet hat. Die Börse nahm die Mitteilung dennoch sehr positiv aus. Die Aktie legte binnen Minuten um in der Spitze fast 4 Prozent zu, stürzte aber nach Bekanntgabe der Bilanz für 2005 kurze Zeit später um 6 Prozent ab. Analysten hatten mit einem geringeren Verlust gerechnet als letztlich ausgewiesen.

Durch den Verkauf des Immobilienportfolios an das Gemeinschaftsunternehmen sei die komplette Entschuldung des Konzerns möglich, erklärte Karstadt-Quelle. Dies erhöhe die Eigenkapitalquote des Konzerns auf rund 20 Prozent, sagte Konzernchef Thomas Middelhoff. Die Nettofinanzverbindlichkeiten inklusive der Anteile am Reisekonzern Thomas Cook waren im vergangenen Jahr bereits von 4,5 auf 3 Mrd. Euro gesunken.

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