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08.08.2013

12:12 Uhr

Konsumgüter

Henkel punktet in den Schwellenländern

Erfolgreicher Schwenk: Weil die Wirtschaft in Europa schwächelt, setzt Henkel immer mehr auf die Schwellenländer. Mit dieser Strategie hat der Konsumgüterkonzern Umsatz und Gewinn steigern können.

Henkel-Zentrale in Düsseldorf: Das Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika floriert. dpa

Henkel-Zentrale in Düsseldorf: Das Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika floriert.

DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel macht mit Zuwächsen in den Boom-Regionen der Welt die Wirtschaftskrise im Süden Europas wett. Dank florierender Geschäfte mit Waschmitteln wie Persil oder Spee und Kosmetika wie Schwarzkopf oder Syoss legten Umsatz sowie Gewinn im zweiten Quartal deutlich zu. Auch die stark konjunkturabhängige Klebstoffsparte kehrte auf den Wachstumspfad zurück. Seine Jahresprognose bekräftigte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Donnerstag - obwohl er auch für das zweite Halbjahr ein „schwieriges“ wirtschaftliches Umfeld erwartet. Notfalls will er deshalb weiter auf die Kostenbremse treten.

„Wir haben Ergebnis und Umsatz deutlich gesteigert“, bilanzierte der dänische Manager Rorsted, der Henkel auf Rekordkurs geführt hat. Diese Erfolge hatten auch Spekulationen ausgelöst, Rorsted könnte von größeren Konzernen abgeworben werden. Es gebe aber „absolut keine Überlegungen, die Firma zu verlassen“, unterstrich Rorsted, der 2005 in den Vorstand des Düsseldorfer Konzerns gewechselt war.

Im Quartal konnte er einen neuen Höchstwert vorweisen: Die bereinigte Umsatzrendite stieg auf den Rekordwert von 15,4 Prozent. Aber auch den Umsatz konnte Rorsted in die Höhe schrauben: Die Erlöse kletterten um 1,9 Prozent auf 4,286 Milliarden Euro. In den Wachstumsmärkten wie etwa in Asien griffen die Verbraucher dabei verstärkt zu Waschmitteln des Düsseldorfer Konzerns, dort verzeichnete er für die Sparte prozentual zweistellige Zuwächse. Aber auch im deutschen Heimatmarkt gab es ein Umsatzplus.

Der operative Ertrag (Ebit) stieg im Quartal auf 607 (Vorjahr: 583) Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Anteilen Dritter von 418 (394) Millionen Euro. An der Börse griffen die Anleger bei Henkel zu. Mit einem Plus von über 3,5 Prozent gehörten die Aktien zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex Dax.

Konkurrent Beiersdorf hatte in der ersten Jahreshälfte ebenfalls zulegen können. Wie auch Henkel richtet sich der Nivea-Hersteller stärker auf das Geschäft in Schwellenländern wie Brasilien, Türkei, Russland oder Mexiko aus. Dadurch können die Konzerne die schwache Nachfrage in Europa aufgrund der anhaltenden Wirtschaftsschwäche besser ausgleichen. Allerdings wachsen auch in Schwellenländern die Bäume nicht in den Himmel. Dies bekommt Procter & Gamble derzeit zu spüren. Der US-Rivale hatte im abgelaufenen Quartal einen herben Gewinneinbruch verbucht, weil das Geschäft in einigen Ländern schleppend läuft.

Henkel-Chef Rorsted kann nun seine Pirsch nach Übernahmen fortsetzen. Er hatte angekündigt, dass Henkel auf Einkaufstour gehen wolle und dafür mindestens vier Milliarden Euro zur Verfügung habe. Der Persil-Hersteller hatte über Jahre keine großen Zukäufe gestemmt. Die letzte milliardenschwere Übernahme gelang im Jahr 2008, damals wurde die Klebstoffsparte gestärkt. Zukäufe müssten aber passen - und auch der Preis müsse stimmen, unterstrich Finanzchef Carsten Knobel.

Unter Zeitdruck will er sich nicht setzen lassen: Henkel habe bei der Suche nach Übernahmezielen „keine Eile“. Zunächst trennte sich Henkel aber von einem weiteren Randbereich: Der Spezialchemiekonzern Altana kaufte den Düsseldorfern Geschäfte mit Speziallacken in den USA mit einem Umsatz von rund 15 Millionen Dollar ab.

Von

rtr

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