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21.07.2014

09:21 Uhr

Konsumgüter

Nestlé verkauft in den USA zu wenig Schokolade

Nestlé schafft es nicht auf dem US-Schokoladenmarkt Fuß zu fassen. Gegen Mars und Hershey hat der größte Lebensmittelkonzern der Welt bisher keine Chance. Nun muss eine neue Strategie her – oder der Rückzug droht.

Mit Schokolade lässt sich in den USA eigentlich viel Geld verdienen. Nestlé hat das bisher noch nicht geschafft. ap

Mit Schokolade lässt sich in den USA eigentlich viel Geld verdienen. Nestlé hat das bisher noch nicht geschafft.

New YorkDort ist das Schweizer Unternehmen im Vergleich zu Mars und Hershey ein Zwerg. Und wenn Lindt & Sprüngli die geplante Übernahme von Russell Stover Candies abschließt, wird Nestlé sogar noch weiter zurückfallen.

Zusammen kontrollieren Mars und Hershey rund 65 Prozent des US-Schokoladenmarktes, geht aus Prognosen des Marktforschers Euromonitor hervor. Den Angaben zufolge kommt Lindt auf einen Marktanteil von derzeit 5,2 Prozent, während es Nestlé lediglich auf 4,8 Prozent schafft.

Um den Umsatz auf dem rund 18 Milliarden Dollar schweren Markt anzutreiben, hat der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern einige neue Produkte auf den Markt gebracht.

Doch das wird nicht ausreichen, um die Marktführer wirklich herauszufordern, meint Fonds-Manager Urs Beck von der EFG Asset Management in Zürich. Der offensichtlichste Gegenschlag sei eine Übernahme von Lindt & Sprüngli. In den USA muss Nestlé „als Außenseiter härter und klüger“ agieren, sagt Beck. „Ansonsten ist der Rückzug aus dem Markt eine Option, über die es sich lohnt, nachzudenken.“

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Auch wenn Nestlé als Gesamtkonzern viel größer ist als die amerikanischen Marktführer, scheint es laut Beck unwahrscheinlich, dass Nestlé einen von ihnen kauft. Mars sei nicht börsennotiert und sage seit langem, dass es nicht zum Verkauf stehe. Und ein Erwerb von Hershey würde wohl Widerstand unter den Nestlé-Aktionäre hervorrufen. Beck zufolge passt das Unternehmen nicht zur Strategie des Schweizer Konzerns, mehr hochwertige und gesündere Produkte anzubieten.

Lindt-Chef Ernst Tanner hatte am 14. Juli erklärt, sein Unternehmen plane, unabhängig zu bleiben. Nestlé selbst wollte sich nicht dazu äußern, ob es jemals über einen Kauf von Lindt oder Stover nachgedacht hat.

Vor etwa sechs bis sieben Jahren habe Nestlé den Rückzug aus dem amerikanischen Süßigkeiten-Markt in Erwägung gezogen – als die Lage des Produktbereichs aussichtslos war, erklärte USA- Chef Paul Grimwood vergangenen Monat. Stattdessen konzentriere sich Nestlé nun aber auf Kernmarken. Zudem seien Übernahmen oder Joint-Ventures möglich.

Kommentare (1)

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Herr Carsten Härtl

21.07.2014, 13:54 Uhr

Da kann man für die Asiaten nur hoffen, dass die Empfehlzungen des Hedghe Fonds Managers nicht Realität werden. Denn immer dort, wo westliche Lebensmittelkonzerne massiv mit Ihren Horror-Produkten aus Fett, Zucker und Industrie-Chemikalien auftreten, stürtzt der Gesundheitszustand der lokalen Bevölkerung auf das nierdige Niveau der angelsächsischen Länder.

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