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21.01.2005

16:43 Uhr

Konzentration auf ausgewählte Zielgruppen

Neckermann stellt sich neu auf

Mit einem gestrafften Sortiment und der Konzentration auf ausgewählte Kundengruppen will die Versandhaustochter des Karstadt-Quelle-Konzerns Neckermann ihre Gewinne steigern. Das Unternehme will sich dabei stärker von seiner Schwester Quelle abgrenzen.

HB HAMBURG. Neckermann wolle sich vom Universalversender hin zu einem Spezialisten für ausgewählte Zielgruppen entwickeln, sagte Vertriebs- und Marketingvorstand Gebhard Stammler am Freitag in Hamburg. Dabei will sich der Versandstärker von seiner Schwester Quelle abgrenzen. Die beiden Versandhändler gehören zum angeschlagenen Karstadt-Quelle- Konzern. „Wenn beide erfolgreich sein wollen, dann müssen wir sie deutlicher auseinander positionieren“, sagte Stammler. Der Karstadt-Quelle-Versandbereich schreibt rote Zahlen. Sein Umsatz war mit rund 4,4 Milliarden Euro für 2005 in Deutschland beziffert worden.

Der Ertragsanstieg soll künftig Vorrang vor dem Umsatzwachstum haben. Zusätzlich zu den bereits zweimal jährlich erscheinenden Hauptkatalogen werde Neckermann einen dritten Katalog auflegen. Stammler schloss nicht aus, dass in Zukunft „vier oder sogar fünf Kataloge“ im Jahr erscheinen könnten. Auf diese Weise will das Versandhausunternehmen besser auf Trends und aktuelle Preisentwicklungen reagieren.

Daneben werde Neckermann stärkeres Gewicht auf Bestellungen über das Internet legen - einem Bereich, der bereits im vergangenen Jahr deutlich zugelegt hat. Die Nachfrage über neckermann.de sei im abgelaufenen Jahr um knapp 25 Prozent auf über 460 Millionen Euro gestiegen, sagte Stammler. Im Weihnachtsgeschäft habe der Online-Anteil am Gesamtgeschäft der Neckermann Versand AG bei über einem Viertel gelegen. 2005 soll der Umsatz im elektronischen Handel „deutlich zweistellig“ wachsen, während im Kataloghandel das Vorjahresniveau angestrebt wird. Zum Ertrag machte Stammler keine Angaben.

Das Versandhandelsgeschäft, das gut die Hälfte zum Umsatz des in Restrukturierung befindlichen Karstadt-Quelle-Konzerns beiträgt, war im abgelaufenen Jahr um 6,8 Prozent auf 7,48 Milliarden Euro geschrumpft. Die beiden Hauptmarken Quelle und Neckermann erlösten in Deutschland gut 11 Prozent weniger. Insgesamt verbuchte der Essener Karstadt-Quelle-Konzern 2004 einen Umsatzeinbruch um 7 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Die Karstadt-Quelle AG ist Europas größter Warenhaus und Versandhandelskonzern.

Stammler kündigte an, dass künftig Lederwaren, Fahrräder sowie Sport- und Campinggeräte aus dem Angebot genommen werden sollten. Als einen von drei Schwerpunkten nannte Stammler Angebote für Übergewichtige. „Die Deutschen werden dicker, schon in jüngeren Jahren“, sagte er. Das Sortiment von Neckermann gliedert sich jetzt in die Bereiche „Junge Mode, Große Größen und Junges Wohnen“.

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