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24.01.2005

22:10 Uhr

Konzern will Mehrheit an Finnland-Tochter nicht an Fortum verkaufen

Streit um Eon-Tochter droht

Um die geplante Übernahme der finnischen Eon-Tochter Eon Nordic durch den finnischen Energieversorger Fortum bahnt sich Streit an.

HB HELSINKI. Eon teilte am Montag in Helsinki mit, der Konzern könne sein 65,6-Prozent-Paket an Eon Nordic wegen einer Vereinbarung mit dem zweiten Aktionär, der Stadt Espoo, nicht an Fortum verkaufen. Fortum hatte vergangene Woche seine Kaufoption für 65,6 Prozent der Anteile gezogen, um für 390 Millionen Euro die Mehrheit an Eon Nordic zu übernehmen. Der Stadt Espoo, einer Vorstadt von Helsinki, bot das Unternehmen 257 Millionen Euro für die restlichen Anteile.

Mit Espoo seien im September 2001 Beschränkungen für einen Aktientransfer vereinbart worden, begründete Eon die Ablehnung, ohne Einzelheiten zu nennen. Damals hatte der deutsche Konzern die Mehrheit an dem regionalen Energieunternehmen erworben. Fortum sei sich dieser Hindernisse voll bewusst gewesen, als das Unternehmen seine Kaufoption gezogen habe. Eon stellte klar, die Stadt, die 34,2 Prozent an Eon Nordic hält, bestehe auf den Vereinbarungen von 2001.

Bei Fortum hieß es, von Eon sei noch keine Stellungnahme eingegangen. Doch das Unternehmen bestehe auf der Option, sagte eine Unternehmenssprecherin. „Wir haben einen Vertrag, und wir haben vor, ihn einzuhalten.“ Sie wollte sich nicht äußern, ob Fortum nun rechtliche Schritte einleiten werde.

Fortum hatte Eon die Kaufoption vor zwei Jahren abverhandelt, als der deutsche Energiekonzern die Übernahme von Ruhrgas durchsetzen wollte. Die Finnen gehörten zum Kreis der Konkurrenten, die gegen die umstrittene Ministererlaubnis vor Gericht gezogen waren. Damals hatte es von Eon geheißen, Fortum habe seine Klage zurückgenommen, nachdem man sich auf den Tausch von Beteiligungen geeinigt habe.

Nach Fortum-Angaben hatte Eon mit Espoo vereinbart, dass die Stadt ihren Anteil an Eon Nordic nicht vor 2009 verkaufen darf. Ein Sprecher der Stadt hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass die Vereinbarungen von Eon mit Fortum und mit Espoo nicht zueinander passten.

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