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02.01.2006

19:32 Uhr

Kooperation

Edeka drängt in die Tankstellen

VonGregory Lipinski

Der Hamburger Einzelhandelsriese Edeka holt Europas größten Tabak-, Getränke- und Süßwarengroßhändler Lekkerland ins Boot, um im deutschen Tankstellengeschäft Fuß zu fassen. Einer entsprechenden Allianz hat das Bonner Bundeskartellamt grünes Licht erteilt.

Foto: dpa

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HAMBURG. „Die Zusammenarbeit ist bis Ende 2008 befristet“, sagte eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde am Montag auf Anfrage.

Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, hatten die beiden Firmen bereits vor längerer Zeit einen entsprechenden Vorvertrag unterzeichnet. Diese Vereinbarung sieht vor, dass Lekkerland von Februar an als Subunternehmer für die schleswig-holsteinische Edeka-Tochter Spar zunächst alle 550 Jet-Stationen des Mineralölmultis Conoco Phillips in Deutschland mit Produkten des täglichen Bedarfs beliefert. Das Geschäft umfasst ein Umsatzvolumen von bis zu 400 Mill. Euro. Edeka hatte die finanziell angeschlagene Spar im vergangenen Jahr erworben und damit das bisher von Spar betriebene Tankstellengeschäft mit Conoco Phillips geerbt.

Die Zusammenarbeit ist der erste Baustein einer weit reichenden Allianz der Konzerne Edeka und Conoco auf dem deutschen Tankstellenmarkt. Denn Edeka plant offenbar, zusätzlich eine bundesweite Kette von mehr als 250 Spar-Express-Shops an den Jet-Stationen zu eröffnen. Sie sollen ebenfalls von Lekkerland beliefert werden, hieß es dazu aus Firmenkreisen. Spar hat bereits zehn solcher Express-Shops erfolgreich getestet.

Bei den geplanten Märkten handelt es sich um Geschäfte mit Verkaufsflächen von bis zu 130 Quadratmetern. Sie haben ein deutlich größeres Lebensmittelsortiment als die normalen Jet-Stationen. Die beiden Unternehmen versprechen sich davon ein gemeinsames Umsatzvolumen von mehr als 1 Mrd. Euro, hieß es.

Dass Edeka im Tankstellengeschäft auf den Konkurrenten Lekkerland zugeht, liegt vor allem an hausgemachten Problemen. Dem Hamburger Handelsriesen Edeka fehlen die Kapazitäten, um das kleinflächige Tankstellengeschäft rentabel zu beliefern. Zudem hatte Edeka bei der Spar diverse Logistikstandorte geschlossen und die Mitarbeiterzahlen drastisch gekappt.

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