Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2015

06:23 Uhr

Kooperation in der Fotobranche

Hasselblad vertraut auf chinesische Drohnen

VonGeorg Weishaupt

Der renommierte schwedische Kamerahersteller Hasselblad sichert seine Zukunft. Der chinesische Technologiespezialist für Luftaufnahmen DJI steigt bei der schwedischen Ikone der Kamerabranche ein.

Sieht so Hasselblads erste Kompaktkamera Stellar aus? (Bild: Photorumors.com)

Sieht so Hasselblads erste Kompaktkamera Stellar aus? (Bild: Photorumors.com)

DüsseldorfNeil Armstrong und Edwin Aldrin machten sie berühmt. Die beiden Astronauten, die als erste 1969 auf dem Mond spazieren gingen, fotografierten den blauen Planeten mit einer Hasselblad. Die Kamera wurde durch ihre eckige Form, ihr großes Objektiv und vor allem ihren aufklappbaren Sucher am Kopf berühmt. Viele Werbe- und andere Profifotografen schätzten die teuren Kameras und ihre gestochen scharfen Bilder.

Jetzt haben auch die Chinesen ihr Faible für die berühmte Marke aus Schweden entdeckt. Der DJI-Konzern aus Shenzen beteiligt sich an dem Kamerahersteller mit einem Minderheitsanteil. Beide Unternehmen sprechen von einer strategischen Partnerschaft. Hasselblad-Chef Perry Oosting hofft, „unsere technische Expertise noch besser abzustimmen für zukünftige Innovationen“.

Hasselblad Stellar: Kompaktkamera mit Preis vom anderen Stern

Hasselblad Stellar

Kompaktkamera mit Preis vom anderen Stern

Mit der Stellar soll Hasselblad bald seine erste Kompaktkamera ankündigen. Sie erinnert an Sonys Cybershot RX100. Statt auf ein schnödes Metallgehäuse setzt Hasselblad auf Karbon und Edelhölzer. Das hat seinen Preis.

Wie die Kooperation genau aussehen wird, lassen die beiden Unternehmen aber noch offen. Sie dürften vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung zusammenarbeiten. Denn DJI ist die Nummer eins weltweit im Bereich der hochqualitativen Luftbildfotografie. Das erst 2006 gegründete chinesische Unternehmen baut zum Beispiel ferngesteuerte Drohnen, um Landschaften aus der Luft zu fotografieren.

Die Technik wird sowohl in der Brandbekämpfung als auch in der Land- oder Bauwirtschaft eingesetzt. Hasselblad hat in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben stark in die Luftbildfotografie investiert.

Doch Hasselblad-Fans brauchen keine Angst zu haben, dass sich das schwedische Unternehmen aus seinem klassischen Kamerageschäft zurückziehen wird. Hasselblad und DJI würden sich weiterhin strategisch auf ihre jeweiligen Wachstumsmärkte konzentrieren. So würden die Kameras und Objektive auch künftig von Hand in Schweden gefertigt und nicht etwa in einem chinesischen Werk, beruhigt das Unternehmen seine anspruchsvolle Kundschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×