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10.09.2013

08:39 Uhr

Kopftuch-Streit

US-Modekette muss Niederlage einstecken

Abercrombie & Fitch entließ eine Mitarbeiterin, die bei der Arbeit ein Kopftuch trug, und landete damit vor Gericht. Ihre Kleidung passe nicht zum Modestil des Unternehmens, so die Firma. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Abercrombie & Fitch hat unter anderem Vorschriften über Farben und Modestile seiner Mitarbeiter. Reuters

Abercrombie & Fitch hat unter anderem Vorschriften über Farben und Modestile seiner Mitarbeiter.

San FranciscoDer amerikanische Modekonzern Abercrombie & Fitch hat im Streit um das Tragen eines muslimischen Kopftuches eine Niederlage eingesteckt. Die Entlassung einer Mitarbeiterin, die bei der Arbeit einen Hijab-Schal auf dem Kopf trug, sei diskriminierend gewesen, urteilte eine Bundesrichterin in Kalifornien. Nach Mitteilung der US-Behörde „Equal Employment Opportunity Commission“ (EEOC) am Montag, kommt auf die Modefirma nun eine Schadenersatzklage zu.

Die EEOC war 2011 im Namen einer Muslimin in San Francisco vor Gericht gezogen. Die junge Frau hatte sich geweigert, das Kopftuch bei der Arbeit in einer Filiale im kalifornischen San Mateo abzulegen. Im Februar 2010 wurde sie mit der Begründung entlassen, dass ihre Kleidung nicht zum Modestil des Unternehmens passen würde. Abercrombie & Fitch hat unter anderem Vorschriften über Farben und Modestile seiner Mitarbeiter.

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Der Chef von Abercrombie & Fitch möchte gerne, dass nur junge, gut aussehende Menschen seine Kleidung kaufen und tragen. Dagegen formiert sich nun Widerstand – enttäuschte Kunden verschenken ihre teuren Klamotten.

Die Firma argumentierte vor Gericht, dass diese Regeln über das Aussehen für den Erfolg ihres Geschäftsmodells wichtig seien. Das Unternehmen kann gegen das Urteil Berufung einlegen. In einer Mitteilung an den „San Francisco Chronicle“ wies Abercrombie & Fitch am Montag den Vorwurf von Diskriminierung von Mitarbeitern aufgrund ihrer Religion zurück.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Ameise

10.09.2013, 09:12 Uhr

Ausgerechnet Abercrombie! Der Erfolg des Unternehmens hängt ausschließlich am Image und dies wird bei Kleidung nun mal über Äußerlichkeiten erzeugt. Wie kann man sich als Kopftuchträgerin da berwerben, wenn man nicht gewillt ist, sich anzupassen! Die Konsequenz aus diesem Urteilsspruch für Arbeitgeber wird sein, zukünftig in Bewerbungsgesprächen noch genauer hinzusehen, wer vor ihnen sitzt und eine noch gezieltere Auslese zu betreiben. Übrigens, Kopftücher sind keine Symbole für Religion!

Ridikuel

10.09.2013, 10:05 Uhr

Diskriminiert fühle ich mich durch den zur Schau getragnen Islamismus

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