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12.06.2012

16:00 Uhr

Kostenkalkulation

Regulierungsbehörde zweifelt die Bahnpreise an

ExklusivDas Misstrauen gegenüber der Deutschen Bahn und ihrer Preise für die Trassennutzung nimmt offenbar zu. Die Bundesnetzagentur hat Einblick in die Kostenkalkulation der Bahn verlangt, um die Preise zu prüfen.

Schienen führen zum Hauptbahnhof in Frankfurt/Main. dapd

Schienen führen zum Hauptbahnhof in Frankfurt/Main.

DüsseldorfDie Bundesnetzagentur fordert von der Deutschen Bahn detaillierten Einblick in die Kostenkalkulation für das Schienennetz. Eine entsprechende schriftliche Aufforderung ging dem Konzern im Besitz des Bundes nach Informationen des Handelsblatts Ende Mai zu.  Denn bislang, so die Vizepräsidentin Iris Henseler-Unger gegenüber dem Handelsblatt, „kann unsere Behörde nicht beurteilen, wie sich die Trassenpreise der Bahn zusammensetzen und ob diese Preise gerechtfertigt sind. Uns fehlen die nötigen Informationen.“ Beschwerden von Wettbewerbern kann die Behörde deshalb nicht fundiert prüfen – obwohl das eigentlich laut Gesetz ihre Aufgabe ist.

Die Bahn kämpft für einen „integrierten Konzern“, das heißt das Schienennetz soll weiterhin unter dem Dach des Bahn-Konzerns betrieben werden. Konkurrenten argwöhnen dagegen, dass die Bahn die Preise für die Nutzung des 33 000 Kilometer großen Netzes zu ihren Gunsten gestaltet. Kritiker stützen sich auch darauf, dass die Netz AG der Bahn inzwischen mit mehr als einer Milliarde Euro Gewinn profitabelste Sparte des Konzerns ist.

Die Bahn wird am Mittwoch ihren traditionellen  Wettbewerbsbericht vorlegen und darin betonen, dass der Zugang zum Schienennetz in Deutschland frei und dass „ein sicherer Rahmen für den Marktzugang Dritter durch eine funktionierende Regulierung“ garantiert sei. Die Regulierungsbehörde ist davon nicht überzeugt. Schon in der Vergangenheit hat sie der Bahn erst Regionalzuschläge auf Strecken und jetzt Auslastungszuschläge gestrichen weil die Bahn nicht eindeutig nachweisen konnte, dass die Zuschläge gerechtfertigt sind.

Die Bahn bestätigte zwar den Eingang der Forderungen der Netzagentur. Das Unternehmen wollte sich aber dazu nicht äußern, sondern  will erst einmal prüfen, ob es dagegen vor Gericht gehen soll.

Von

fo

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