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30.04.2014

14:21 Uhr

Krankenhauskette

Rhön will Streit mit Land Hessen beilegen

Rhön-Klinikum und das Land Hessen sind sich fast einig: Die Krankenhauskette soll 2015 eine Therapie-Anlage für Tumorpatienten eröffnen können. Der Konzernchef hofft, dass das Land auf eine 100-Millonen-Klage verzichtet.

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG: Der private Krankenhaus-Konzern will sich mit dem Land Hessen einigen. dpa

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG: Der private Krankenhaus-Konzern will sich mit dem Land Hessen einigen.

FrankfurtDie Krankenhauskette Rhön-Klinikum will den langjährigen Streit mit dem Land Hessen über die Inbetriebnahme einer Partikeltherapie-Anlage für Tumorpatienten aus der Welt schaffen. Das Unternehmen habe sich mit allen Beteiligten auf Eckpunkte für den Betrieb der Anlage am Uniklinikum Marburg verständigt, sagte Konzernchef Martin Siebert am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. „Rhön-Klinikum steht zu 100 Prozent hinter diesem Projekt und arbeitet mit Hochdruck daran, die Inbetriebnahme vorzubereiten.“

Rhön hatte die Unikliniken in Gießen und Marburg 2006 übernommen und sich dabei verpflichtet, die Partikeltherapie-Anlage zusammen mit dem Partner Siemens bis Ende 2012 in Betrieb zu nehmen. Im Sommer 2011 gaben beide Unternehmen den Plan jedoch vorläufig auf und erklärten, der Betrieb der aufwendigen Strahlenmedizin-Anlage rentiere sich nicht. Hessen drohte daraufhin mit einer rund 100 Millionen Euro schweren Klage gegen den Krankenhaus-Betreiber.

Siebert zeigte sich zuversichtlich, dass Hessen auf diese Klage nun verzichten wird. Zugesagt habe das Land dies jedoch nicht. „Wir würden uns freuen, wenn das Land Hessen die juristische Begleitmusik ein wenig leiser stellen würde.“ Rhön will die Anlage nun von Siemens zurückkaufen und zusammen mit der Universität Heidelberg betreiben, die bereits mit Partikeltherapie arbeitet. An der Betreiberfirma soll die Universität 75,1 Prozent halten, Rhön 24,9 Prozent.

Eine Behandlung des ersten Tumorpatienten vor 2015 sei nicht möglich, weil die Inbetriebnahme komplex sei und sorgfältig vorbereitet werden müsse, sagte Siebert. „Es nutzt nichts, hier einen toten Hund auf den Tisch zu legen, mit der Kanone zu beschießen und damit die Inbetriebnahme zu simulieren.“

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