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07.05.2012

14:12 Uhr

Krankenhausmarkt

Rhön-Deal wird für Fresenius zur harten Nuss

Der Gesundheitskonzern Fresenius trifft beim geplanten Rhön-Kauf auf zahlreiche Probleme. Hedgefonds und Privatanleger könnten den Deal blockieren - bewusst oder unbewusst. Indes hält sich die Konkurrenz zurück.

Fresenius muss mindestens 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln. dpa

Fresenius muss mindestens 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln.

FrankfurtAufruhr am deutschen Krankenhausmarkt: Seit der Gesundheitskonzern Fresenius vor zwei Wochen seine Milliarden-Offerte für den Konkurrenten Rhön-Klinikum angekündigt hat, laufen die Drähte zwischen Krankenhaus-Vorständen, Investmentbanken und Hedgefonds in Europa heiß. „Es gibt eigentlich keine rationalen Gründe, die Übernahme zu blockieren“, sagt ein Londoner Hedgefonds-Manager, der sich intensiv mit der Übernahme befasst. „Dennoch könnte es gut sein, dass der Deal platzt.“ Blockiert werden könnte das 3,1 Milliarden Euro schwere Geschäft bewusst von Hedgefonds oder unbewusst von Privatanlegern.

Die Übernahme gelingt nur, wenn Fresenius mindestens 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammelt. Diese Bedingung hat Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil die Rhön-Satzung diese Hürde für alle wichtigen Beschlüsse vorschreibt.

Alleine an dem Tag, an dem Fresenius die Offerte ankündigte, wurden über 27 Millionen Rhön-Aktien gehandelt - das sind fast 20 Prozent des Grundkapitals und mehr als 50 Mal so viel wie an normalen Tagen. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich da eine Gruppe formiert, die den Deal blockieren will“, sagt Commerzbank-Analyst Volker Braun.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme funktioniert, liegt meiner Einschätzung nach bei 80 bis 90 Prozent“, glaubt Brauns Kollege Stefan Mühlbauer von Silvia Quandt Research. Auch im Rhön-Aktienkurs ist das Risiko des Scheiterns abzulesen.

Das Papier des fränkischen Klinikbetreibers notierte am Montag bei 21,26 Euro. Das ist deutlich weniger als das Fresenius-Angebot von 22,50 Euro je Aktie, zu dem noch die von Rhön angekündigte Dividende von 45 Cent hinzukommen dürfte.

Kommentare (2)

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RSchmidt

07.05.2012, 15:09 Uhr

Hat denn niemand bemerkt, dass die Fresenius-Eigentümer inzwischen bereits 62,25% von Rhön besitzen? Sie haben nach Veröffentlichung der Übernahmeabsichten von Fresenius zugeschlagen.

Siehe:
DGAP-PVR: RHÖN-KLINIKUM AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung

17:03 02.05.12

RHÖN-KLINIKUM AG

RHÖN-KLINIKUM AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der
europaweiten Verbreitung

Veröffentlichung einer Stimmrechtsmitteilung übermittelt durch die DGAP -
ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der
Emittent verantwortlich.

Zusammen mit der Familie Münch sind das bereits ca. 75%.

Man braucht also nur noch etwa 15% um auf 90% zu kommen.

Die kann sich Fresenius z. Zt an der Börse zu aktuell ca. 21,4 Euro pro Aktie kaufen. Wert der 15% ca. 450 Mio Euro.

Mit freundlichen Grüßen
R. Schmidt

frankfurter

08.05.2012, 19:03 Uhr

Ich hab die Mitteilung auch gelesen und erst gedacht, dass Fresenius dann ja schon den Großteil hat, den sie brauchen. Was mich aber gewundert hat, war der letzte Punkt in der Mitteilung:

"Bezeichnung des (Finanz-/sonstigen) Instruments: Andienungsverpflichtung"

Für mich klingt das eher nach der offiziellen ad-hoc Mitteilung, dass Fresenius bzw. die Tochterunternehmen den Streubesitz kaufen will. Jedenfalls interpretiere ich so auch die Pressemitteilung auf der Rhön-Homepage. Die schreiben ja ausdrücklich "Veröffentlichung nach § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG". Danach ist auch jemand gem. § 25 (1) Satz WpHG mitteilungspflichtig, der Finanzinstrumente hält, die ihm das Recht verleihen im Rahmen eine Vereinbarung Aktien zu erwerben. Bin kein Spezialist im Wertpapierrecht für mich liest es sich aber so.

Bei den Verkäufen, die jetzt die Fondsgesellschaften gemacht haben heißt es nur "Veröffentlichung nach § 26 Abs. 1 WpHG". Anscheinend gibt es also einen Unterschied.

Interessant dürfte in dem Zusammenhang sein, dass mit Brigitte Mohn bereits ein Aufsichtsratsmitglied seine Aktien verkauft hat. Wenn man die Übersicht der Directors Dealings so durchgeht hat sie alle ihre Aktien verkauft.

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