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11.01.2008

14:15 Uhr

Kreditkrise

Bank of America kauft Subprime-Opfer

Die Bank of America übernimmt den US-Baufinanzierer Countrywide. Amerikas zweitgrößtes Geldhaus kündigte am Freitag an, für rund vier Mrd. Dollar den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer zu kaufen. Mit dem Deal dürfte eine der größten Firmenpleiten in den USA in Folge der Subprime-Krise abgewendet werden. Doch Investoren reagierten negativ auf die Nachricht.

Countrywide-Hauptquartier in Calabasas in Kalifornien. Foto: ap Quelle: ap

Countrywide-Hauptquartier in Calabasas in Kalifornien. Foto: ap

HB NEW YORK. Die Transaktion solle über einen Aktientausch abgewickelt werden, teilte die Bank of America (BoA) mit. Aktionäre von Countrywide sollen für jeden ihrer Anteilscheine 0,1822 BOA-Aktien erhalten. Die Institute erwarten, dass die Übernahme im dritten Quartal abgeschlossen sein wird. Am Donnerstag hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass die beiden Institute fortgeschrittene Verhandlungen führten.

Investoren reagierten negativ auf die Nachricht: Der zuletzt stark gestiegene Countrywide-Kurs verlor im vorbörslichen Handel an der Wall Street mehr als 15 Prozent. BOA-Aktien verbilligten sich um knapp drei Prozent.

Countrywide steht mit dem Rücken zur Wand. Seit Ende Juli strich der größte US-Baufinanzierer 11 000 Stellen, der Marktwert schrumpfte innerhalb eines Jahres um gut 80 Prozent. In den USA fallen seit Mitte vergangenen Jahres reihenweise schwach besicherte Baudarlehen aus. Dutzende US-Anbieter von Hypothekenkrediten hatten sich deswegen bereits vom Markt verabschiedet oder waren in Konkurs gegangen. Die Probleme in Amerika hatten nach und nach auch andere Institute rund um den Globus in Mitleidenschaft gezogen.

Die Bank of America hatte Countrywide bereits im vergangenen Sommer mehr als zwei Mrd. Dollar zugeschossen und damit Übernahmespekulationen angeheizt. Die Beteiligung hatte allerdings durch die sich verschärfende Situation an den Kapitalmärkten deutlich an Wert verloren. Durch die Übernahme sichert sich die Bank of America nach Meinung von Analysten eine schlagkräftige Position im Hypothekengeschäft. Das Geldhaus aus North Carolina ist durch etliche Zukäufe zur zweitgrößten US-Bank aufgestiegen. Bankchef Kenneth Lewis hatte allein in den vergangenen vier Jahren rund 100 Mrd. Dollar für Zukäufe ausgegeben.

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