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10.03.2011

13:21 Uhr

Kreuzfahrten boomen

Die Deutschen lieben ihre Traumschiffe

VonNils Rüdel

Auch wenn Kreuzfahrtschiffe nicht in die Berliner Messehallen passen, wo seit heute die ITB steigt: Das Thema ist auf der Touristikmesse sehr präsent. Schließlich boomt der Bereich. Und die Aussichten für 2011 sind gut.

Noch nie wurde in Deutschland ein größeres Kreuzfahrtschiff gebaut als die "Disney Dream". Quelle: dapd

Noch nie wurde in Deutschland ein größeres Kreuzfahrtschiff gebaut als die "Disney Dream".

BerlinNichts kann den Deutschen ihre Liebe zum Traumschiff trüben. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen erneut gestiegen. Insgesamt gingen 1,6 Millionen Menschen an Bord. Darunter waren 1,2 Millionen Passagiere auf Hochseeschiffen, knapp 19 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Veranstalter von Flusskreuzfahrten verkauften neun Prozent mehr Tickets.

Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Reiseverbands (DRV) hervor, die am Donnerstag auf der Berliner Tourismusmesse ITB vorgestellt wurde. Insgesamt sind demnach die Deutschen Europameister bei Flusskreuzfahrten und Zweiter nach den Briten auf den Weltmeeren.

„Wir haben wieder mal nichts Neues anzubieten, der Trend ist ungebrochen“, sagte Sebastian Ahrens, Mitglied im DRV-Ausschuss Schiff und Sprecher der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Kreuzfahrten seien ein „Wachstumsmotor des deutschen Touristikmarktes“. Insgesamt knapp zwölf Prozent mache dieser mittlerweile am Gesamtkuchen aus. Deshalb planten die Reedereien für dieses und nächstes Jahr fünf neue Hochsee- und acht neue Flussschiffe. 

Die Anbieter von Hochseekreuzfahrten kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von zwei Millionen Euro – nach 1,9 Millionen im Jahr 2009. Die beliebtesten Ziele waren im vergangenen Jahr das westliche Mittelmeer, Nordländer mit Norwegen, Island oder Grönland sowie das östliche Mittelmeer.

Mit dem Wachstum einher geht allerdings ein Preisverfall: Der Durchschnittspreis für eine Hochseereise sank gegenüber 2009 durchschnittlich um 185 auf 1696 Euro. Ahrens sieht darin indes kein Problem: Grund sei vor allem, dass Schiffe immer größer würden. „Größere Schiffe bedeuten höhere Wirtschaftlichkeit“.

Im Flusskreuzfahrt-Geschäft dagegen stiegen die Durchschnittspreise leicht um 20 Euro auf 1090 Euro. Die Anbieter konnten ihre Umsätze 2010 um rund elf Prozent auf 471 Millionen Euro steigern. Am beliebtesten waren Fahrten über Donau, Rhein und seine Nebenflüsse.

Auch der Nil in Ägypten stand mit fast einem Viertel der Passagiere im vergangenen Jahr hoch im Kurs. Einen Rückgang angesichts der Unruhen erwartet der DRV aber nicht. „Wir verfolgen de Entwicklung sehr genau“, sagte Guido Laukamp von Viking Flusskreuzfahrten auf der ITB. Es gebe aber bisher „keine nennenswerten Stornowünsche“, man erwarte „keinen riesengroßen Effekt auf die Flusskreuzfahrten“. Außerdem, so Laukamp: „Wenn man da hin will, sollte man am besten jetzt fahren“.

Der größte Anbieter, Hapag-Lloyd, will den Trend nutzen und rüstet kräftig auf. Mit dem Neubau der „MS Europa 2“ etwa, die 2013 fertig sein soll, setzt der Hamburger Konzern auf ein jüngeres preisbewusstes Publikum. Gleichzeitig soll ab 2012 die gecharterte „MS Columbus 2“ die Flotte verstärken mit einem höheren Anteil an Luxuskabinen, einem Golfabschlag und einen Putting-Green.

Auch die schwerreichen Kunden hat Hapag-Lloyd ins Visier genommen: „Wegen der hohen Nachrage“ erweitert der Anbieter auch sein Kreuzflugprogramm – Luxusreisen im Privatjet. Solche Trips bis zu 40.000 Euro pro Person.

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