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11.06.2014

11:25 Uhr

„Krim. Nimm sie dir einfach!“

Provokative Krim-Bonbons auf dem Markt

In Russland könnten Süßwarenfans nun patriotisch angehauchte Bonbons naschen. Ein sibirischer Hersteller bietet nun Schokoladen-Ware mit Motiven wie „Krim. Nimm sie dir einfach!“ an.

Ein Mann posiert mit einer Russland-Fahne an der Bucht in Sewastopol: Die patriotischen Süßigkeiten verkaufen sich in Russland auch nicht besser als ihre Vorläufer. dpa

Ein Mann posiert mit einer Russland-Fahne an der Bucht in Sewastopol: Die patriotischen Süßigkeiten verkaufen sich in Russland auch nicht besser als ihre Vorläufer.

MoskauRund drei Monate nach der Annexion der Krim durch Russland hat ein sibirischer Süßwarenhersteller patriotisch angehauchte Naschwaren auf den Markt gebracht: Der Werbespruch für die Schokoladen-Bonbons dürfte nicht jedem in der Ukraine schmecken: „Krim. Nimm sie dir einfach!“

Der verantwortliche Hersteller aus Nowosibirsk wählte für die Verpackung seines neuesten Produkts ein geopolitisch brisantes Motiv: Zu sehen ist ein an Superman angelehnter Muskelprotz in den russischen Nationalfarben - und hinter ihm die Landkarte der Schwarzmeerinsel Krim, deren Annexion durch Russland im März international als Bruch des Völkerrechts kritisiert wurde. Eingerahmt wird das provokative Motiv von einem Banner in den Farben des Heiligen Georgs, des Schutzpatrons des russischen Militärs.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Letzte Zweifel am politischen Charakter der Marketingstrategie räumen die dazugehörigen Werbebanner aus, auf denen es heißt: „Selbst in Zeiten, in denen unser Land schwierige Entscheidungen trifft, hören wir nicht auf zu lächeln. Weil wir Russen sind.“ Ein Unternehmenssprecher bekannte, dass seine Firma „dem Trend folgen“ wolle. Den Spruch „Nimm sie dir einfach“ habe es schon früher gegeben, aus aktuellem Anlass sei nun eben noch „Krim“ eingefügt worden.

Allerdings räumte der Sprecher ein, dass sich die patriotischen Süßigkeiten in Russland auch nicht besser verkaufen als ihre Vorläufer.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.06.2014, 13:27 Uhr

Hahaha - Die Russen - Man muss sie einfach lieben!

Westlich inspirierte Heuchelei und Polit-Spin hat zwar den Kreml und Russia Today mittlerweile fest im Griff, aber der einfache Russe sagt noch immer war er denkt. Vor allem wenn es um den Nationalstolz und das Verhältnis zu anderen Völkern geht.

Der Mann auf der Strasse setzt die widerwärtige, kriegsgeile Machtpolitik der Moskauer Junte ganz einfach um in eine völlig charmante Vaterlandsliebe. Da macht es nichts, dass ihm die staatskontrollierte Propagandamaschine den Blick auf Proportionen und Konsequenzen gründlich vernebelt hat.

Die Süsswarenfabrik ist übrigens bereits unterwegs mit mehreren anderen Produktinnovationen:

"Georgien. Beiss mich, ich kann nicht zurückbeissen"

"Moldawien. Eine süsse Sünde, die unbemerkt bleibt."

"Neurussland [die selbstausgerufene Republik in der Ostukraine]. Ich bleib Dir schon nicht im Halse stecken."

Im Westen sollen die Produkten auch demnächst angeboten werden. Als Betthupferl für die Putinversteher und Brechmittel für den Rest ;-)


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