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22.07.2014

15:15 Uhr

Krise des Unglücksfliegers

Bei Malaysia Airlines fliegt die Angst mit

Zwei Katastrophen in nur wenigen Monaten: Das könnte zu viel sein für Malaysia Airlines. Über einen Rückzug von der Börse wird nachgedacht. Zunächst schadet sich die Airline mit einem fragwürdigen Überflug weiter.

Kundenvertrauen erschüttert

Malaysia-Airlines kämpft gegen Folgen der Flugkatastrophen

Kundenvertrauen erschüttert: Malaysia-Airlines kämpft gegen Folgen der Flugkatastrophen

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DüsseldorfMH17 und MH370 – allein die Flugnummern der beiden Unglücksmaschinen sorgen Passagieren beim Einstieg in eine Maschine der Malaysia Airlines derzeit für ein ungutes Gefühl. Schließlich trägt ihr Flug auch das Kürzel „MH“ im Namen. Wenig zum Aufbau neuen Vertrauens hat die Airline bei den Passagieren von Flug MH4 beigetragen.

Denn wie am Montagabend bekannt wurde, umflog die Maschine am Sonntag auf dem Weg von Kuala Lumpur nach London zwar die Ostukraine. Doch die Ausweichroute führte ausgerechnet über Syrien. MH4 war nach Angaben der Flugradar-Website „Flightradar24“ sogar der einzige interkontinentale Flug, der im Luftraum des Bürgerkriegslandes unterwegs war.

Abschüsse von Passagierflugzeugen

Seit dem zweiten Weltkrieg

In der Geschichte der zivilen Luftfahrt sind seit dem Zweiten Weltkrieg mehrere Abschüsse von Passagierflugzeugen bekannt geworden. Zu ihnen gehören:

21. Februar 1973

Am 21. Februar 1973 wird über dem Sinai ein libyscher Passagierjet von einem israelischen Kampfflugzeug abgeschossen. Dabei kommen 108 der 113 Insassen der Boeing 727 des Flugs 114 ums Leben.

1. September 1983

Am 1. September 1983 wird ein Jumbo-Jet der Korean Airlines wegen angeblicher Verletzung des damaligen sowjetischen Luftraums von einem Kampfflugzeug über internationalen Gewässern westlich der Insel Sachalin abgeschossen. Alle 269 Menschen an Bord von Flug KAL 007 kommen ums Leben.

3. Juli 1988

Am 3. Juli 1988 wird eine iranische Linienmaschine auf einem Kurzstreckenflug nach Dubai über dem Persischen Golf vom US-Kriegsschiff USS Vincennes mit einer Rakete abgeschossen. Alle 290 Menschen an Bord der Maschine des Flugs 655 kommen ums Leben.

4. Oktober 2001

Am 4. Oktober 2001 wird eine Tupolew Tu-154 der russischen Fluggesellschaft Sibir auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk in der Nähe von Sotschi von einer Flugabwehrrakete getroffen. Untersuchungen ergeben, dass die Maschine von einer ukrainischen Flugabwehrrakete getroffen worden war, die sich bei einem Übungsschießen auf der Krim selbstständig gemacht hatte. Alle 78 Insassen des Flugzeugs sterben.

Die Reaktion der malaysischen National-Airline fiel dürftig aus. Die Route über Syrien sei schließlich von der Internationale Zivilflugorganisation ICAO freigegeben gewesen, teilte Malaysia Airlines mit. In sozialen Netzwerken hagelte es dennoch Kritik.

Nur ein Flieger ist am Sonntag über Syrien unterwegs – es ist der Flug MH4 der Malaysia Airlines. Screenshot Flightradar24

Nur ein Flieger ist am Sonntag über Syrien unterwegs – es ist der Flug MH4 der Malaysia Airlines.

Malaysia Airlines steckte schon nach dem Verschwinden von MH370 in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Jetzt hat sich die Lage noch einmal verschärft. „Den Luxus von Zeit haben sie nicht“, sagt Mohsin Aziz, Luftfahrt-Analyst der Maybank in Kuala Lumpur. „Malaysia Airlines hat keine gute Bilanz, und das Unternehmen kämpft mit einem Imageprobleme.“ Aziz sagt drastische Maßnahmen voraus.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll die Fluggesellschaft im Kampf gegen die Krise sogar darüber nachdenken, sich von der Börse zurückzuziehen. Entsprechende Pläne wolle das Management in dieser Woche dem Staatsfonds Khazanah Nasional vorstellen, der die Mehrheit an Malaysia Airlines hält.

Kommentare (3)

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Herr Chris Hettix

22.07.2014, 15:43 Uhr

Gerade wird gemeldet, das Malayia-Airlines als "Alternativ-Route" jetzt über Syrien fliegt. Sind die Airline-Chefs von Malayia-Airlines "vollkommen verblödet"? Unfassbar!

Herr peter Spirat

22.07.2014, 20:56 Uhr

US-Präsident Obama ordnet den Verbleib der Wrackteile von Flug MH17 in der Ukraine an.

Der Weltherrscher hat gesprochen.

Damit ist der Welt klar, was richtig und falsch ist. Die Gründer des neuen Staates "Neurussland" - in den Medien "pro-russische Separatisten" genannt - kündigten zuvor an, dass sie nach der Blackbox suchen und diese in Russland auswerten lassen. Das ist natürlich ein Widerstand gegen die Weltgewalt USA. Nur die USA können gerecht und neutral die Blackbox auswerten. Wer etwas anderes behauptet ist ein Putinfreund. KLAR! Abtreten.

Herr Beat R.

23.07.2014, 17:28 Uhr

Das finde ich auch bedenklich.Viel schlimmer finde ich das Verhalten der Pro Russischen Rebellen gegenüber den Toten. So eine Respektlosigkeit schlägt dem Fass den Boden raus. Ich bin auch schon mehrmals mit Malaysia Airlines geflogen und werde dies solange es die Airline gibt auch wieder tun.

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