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09.10.2013

19:57 Uhr

Kriselnde Fluglinie

Alitalia vor Bruchlandung

Nächste Hiobsbotschaft für Alitalia: Der Treibstoffzulieferer Eni fordert die kriselnde Fluggesellschaft auf, ihre Schulden in Millionenhöhe sofort zu begleichen. Sonst droht Alitalia schon ab Samstag ein Lieferstopp.

Die Lage der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia wird immer dramatischer. Jetzt droht ein Lieferstopp von Treibstoff. dpa

Die Lage der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia wird immer dramatischer. Jetzt droht ein Lieferstopp von Treibstoff.

MailandDer angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia geht möglicherweise schon bald der Sprit aus. Der Energiekonzern Eni werde Alitalia ab Samstag keinen Treibstoff mehr liefern, wenn es nicht gelinge, bis dahin das Überleben des Unternehmens zu sichern, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Schon jetzt schulde Alitalia Eni 30 Millionen Euro für Treibstoff, und die Verbindlichkeiten stiegen von Tag zu Tag an. Stellungnahmen der Unternehmen zu den Reuters-Informationen lagen zunächst nicht vor.

Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen braucht das Unternehmen eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro. Außerdem sei eine Kreditlinie von 200 Millionen Euro nötig, hieß es am Mittwoch nach einem Treffen von Arbeitnehmervertretern und des Unternehmens. Die Kapitalerhöhung werde voraussichtlich je zur Hälfte von den jetzigen Anteilseignern und der öffentlichen Hand bestritten. Ohne eine Kapitalspritze laufe Alitalia Gefahr, innerhalb der kommenden Tagen auszufallen, sagte der Gewerkschaftsvertreter.

Alitalia steckt derzeit in ernsthaften Schwierigkeiten, ohne Kapitalerhöhung droht der Fluggesellschaft Regierungskreisen zufolge binnen weniger Wochen die Zahlungsunfähigkeit. Eine Abstimmung der Aktionäre über eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens 100 Millionen Euro ist für Montag angesetzt. Alitalia benötigt auch nach Einschätzung von Branchenexperten etwa 500 Millionen Euro, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und eine Restrukturierung zu finanzieren. Die Airline hat seit ihrer Privatisierung im Jahr 2009 mehr als eine Milliarde Euro an Verlusten angehäuft und eine weitere Milliarde Schulden.

Italienische Fluggesellschaft: Alitalia riskiert Insolvenz

Italienische Fluggesellschaft

Alitalia riskiert Insolvenz

Die Fluggesellschaft Alitalia droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn sie nicht bald eine Kapitalerhöhung beschließt. Italiens Regierung drängt das Unternehmen zum Handeln. In wenigen Tagen könnte es zu spät sein.

Regierung und Aktionäre setzen auf eine Rettung durch Air France-KLM. Die französisch-niederländische Gesellschaft hält bereits 25 Prozent an Alitalia und könnte ihren Anteil aufstocken - oder die Italiener ganz übernehmen. Über die Konditionen gibt es aber Unstimmigkeiten. Regierung und Management ringen derzeit um eine Übergangslösung für die Fluggesellschaft. Ein Treffen war am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen, die nächste Zusammenkunft ist für Donnerstag geplant.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.10.2013, 16:10 Uhr

Alitalia setzt auf Air France-KLM? Wie das? Die haben doch aauh mit aller größten Schwierigkeiten zu kämpfen. Rom meint also das Paris aus Prestige die Air France nicht fallen lässt. Da könnten sie Recht haben. Sie könnten sich auch zur not von ihrem 25 % Paket trennen, oder der ESM ist auch für solche Zwecke gut.

TSK

09.10.2013, 18:11 Uhr

Ach vergesst doch die ganzen Euro Airlines. Die haben alle uralte Schrottmaschinen, sind zu teuer und völlig konkurrenzunfähig. Die haben alle keine Zukunft. Weder Alitalia, AIRFRANCE-KLM, Lufthansa und wie sie sonst alle heissen.

ETIHAD, Emirates und Qatar Airways z.B. sind immens finanzstark, wachsen Jahr für Jahr zweistellig, haben blutjunge Flotten und so freundliches Personal das man in Europa gar nicht findet. TURKISH AIRLINES wurde 2011, 2012 und 2013 von Skytrax zur besten Airline Europas gewählt und wächst auch extrem schnell und ist sehr profitabel.

Kurz gesagt, europäische Airlines sind sturmreif und haben der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten nicht viel entgegenzusetzen. Von staatlicher Hilfe können europäische Airlines auch nur träumen, bei den Schulden die die Euroländer haben...

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