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02.08.2013

13:28 Uhr

Kriselnde Regio-Sparte

Bahngewerkschaft EVG widerspricht Lohn-Vorwürfen

Die DB Regio hatte zuletzt einen Gewinneinbruch verzeichnet. Die Bahn schiebt dies auf die jüngsten Lohnerhöhungen. Dem widerspricht die Gewerkschaft nun vehement – und greift die Unternehmensstrategie des Konzerns an.

Der Regionalverkehr bereitet der Deutschen Bahn Sorgen. Der Umsatz in der Sparte fiel im ersten Halbjahr um ein Prozent. dpa

Der Regionalverkehr bereitet der Deutschen Bahn Sorgen. Der Umsatz in der Sparte fiel im ersten Halbjahr um ein Prozent.

BerlinDer Gewinneinbruch bei der Deutschen Bahn hat nun auch Streit in der einstigen Vorzeige-Sparte DB Regio ausgelöst. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verwahrte sich am Freitag gegen Aussagen des Bahn-Managements, die jüngsten Lohnerhöhungen hätten das Geschäft im Nahverkehr getroffen. „DB Regio hat kein Lohnkostenproblem, DB Regio hat ein Problem mit einer schlüssigen Unternehmensstrategie – die ist nämlich nicht vorhanden“, kritisierte EVG-Chef Alexander Kirchner. Daher werde auf Drängen der Arbeitnehmer der DB-Regio-Aufsichtsrat am 22. August zu einer Sondersitzung zusammen kommen. Die Bahn äußerte sich zunächst nicht.

DB Regio war über viele Jahr der wichtigste Gewinnbringer des Konzerns mit hohen Profitspannen. Das Geschäft, das im Kern auf Aufträgen der Bundesländer für Pendler-Züge oder den S-Bahn-Betrieb beruht, war lange auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil. Zuletzt hatte die DB aber zunehmend Aufträge an private Konkurrenten verloren. Dies ist für die Bahn besonders bitter, da derzeit milliardenschwere, langlaufende Verkehrsaufträge neu vergeben werden. In den ersten Monaten des Jahres konnte die Bahn nur etwa jede dritte Ausschreibung gewinnen, so dass ihr Marktanteil von derzeit noch rund 80 Prozent sinkt. Im ersten Halbjahr 2013 fiel der Umsatz von DB Regio um ein Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um über drei Prozent auf 433 Millionen. Der Konzern geht im Jahresverlauf von einem weiteren Gewinn-Rückgang aus.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Wenn sich die DB Regio im Wettbewerb bewähren müsse, dürfe dies nicht auf dem Rücken der Beschäftigten geschehen, sagte Kirchner weiter. Er verwies darauf, dass die Bahn und Konkurrenten einen Branchentarifvertrag geschlossen hätten. Die Bahn habe selbst erklärt, damit seien Lohndifferenzen nicht mehr wettbewerbsrelevant. „Damit hat sich die Frage der Lohnkosten als Wettbewerbsfaktor erledigt“, sagte Kirchner.

Nicht nur die Zahl der Aufträge macht der Bahn zu schaffen, die verbliebenen werden durch die Konkurrenz auch weniger attraktiv. Zuletzt hatte Nordrhein-Westfalen zudem für den Rhein-Ruhr-Express angekündigt, dass man nicht nur die Fahrzeuge selbst beschaffen werden, sondern auch die Instandhaltung ausschreibe. Derzeit ist es in Deutschland üblich, dass die Wartung von den Betreibern – also noch meist der DB – übernommen wird, was zusätzliches Geschäft und auch Arbeitsplätze in den Werkstätten des Konzerns sichert.

Von

rtr

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