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16.03.2017

14:55 Uhr

Krisen-Airline

Alitalia-Rettung bleibt eine Zitterpartie

Die angeschlagene Alitalia will wieder schwarze Zahlen schreiben. Doch gelingt der italienischen Fluggesellschaft die Wende? Noch ist unklar, wie der Rettungsplan finanziert wird – und ob die Gewerkschaften mitziehen.

Die Fluggesellschaft befand sich einst im Besitz des italienischen Staates. Mittlerweile ist das Unternehmen tief in die Krise gerutscht. Ob der Rettungsversuch gelingt, ist ungewiss. AP

Alitalia

Die Fluggesellschaft befand sich einst im Besitz des italienischen Staates. Mittlerweile ist das Unternehmen tief in die Krise gerutscht. Ob der Rettungsversuch gelingt, ist ungewiss.

RomFür die seit Jahren in der Krise steckende italienische Fluggesellschaft Alitalia gibt es einen dringend benötigten Rettungsplan. Doch nachdem der Verwaltungsrat am Mittwochabend den Weg dafür freigemacht hat, stehen dicke Fragezeichen hinter der Finanzierung des Vorhabens. Medienberichten zufolge benötigt Alitalia mehr als eine Milliarde Euro an frischem Kapital und Krediten, um zu überleben. Außerdem werden starke Widerstände von den Gewerkschaften erwartet. Wie und ob die Airline wieder zukunfts- und wettbewerbsfähig werden kann, steht weiterhin in den Sternen.

Am Donnerstag stellte die Führungsspitze den Rettungsplan den Ministern für wirtschaftliche Entwicklung und Verkehr in Rom vor. „Es gibt eine Menge zu tun“, sagte Transportminister Graziano Delrio. „Es handelt sich um einen sehr umfangreichen Plan, (...) der eine sehr schnelle Implementierung verlangt“, hieß es in einer Mitteilung. Nächste Woche sollen sich Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaften mit den Ministern treffen. „Wir kennen noch keine Einzelheit des Plans“, teilte der nationale Gewerkschaftsbund CGIL mit. Man werde prüfen, ob der Plan tatsächlich auf eine Aufwärtsentwicklung abziele.

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Mit einem drastischen Sparprogramm soll die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren endlich in die Gewinnzone kommen, wie das Management am Mittwochabend nach einer mehrstündigen Sitzung des Verwaltungsrats mitteilte. Dazu will Alitalia ihre jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro senken und ihren Umsatz um 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern.

Dabei soll die Flotte von derzeit 122 Flugzeugen nicht etwa wachsen, sondern schrumpfen. 20 Kurz- und Mittelstreckenjets soll das Management bis zum nächsten Jahr aus der Flotte nehmen. Stattdessen will Alitalia ihr Langstreckenangebot nach Amerika ausbauen und auf bereits bestehenden Strecken mehr Flüge anbieten.

Das Kaufverhalten der Kunden sei sehr stark von den Angeboten der Billigfluggesellschaften geprägt, sagte Alitalia-Chef Cramer Ball. Billigflieger wie Ryanair und Easyjet waren in den vergangenen Jahren massiv auf den attraktiven italienischen Markt gedrängt und hatten die ohnehin schon schwache Alitalia unter Druck gesetzt.

Wenn Alitalia langfristig bestehen wolle, müsse die Gesellschaft die richtige Größe, die richtige Aufstellung und die nötige Produktivität und niedrige Kosten haben, sagte Ball. „Wenn wir in Italien und Europa nicht gegen die Billigflieger ankommen, werden wir Passagiere für Langstreckenflüge verlieren.“ Denn für die meisten Alitalia-Kunden auf der Kurzstrecke sei ihr Flug der Anschluss zu einem Langstreckenflug der Airline.

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