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10.11.2016

13:43 Uhr

K+S mit Quartalsverlust

Düngemittelhersteller stutzt die Prognose

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S blickt pessimistisch auf das Gesamtjahr. Das Unternehmen macht derzeit operative Verluste. Eine Genehmigung für die Versenkung von salzhaltigen Abwässern könnte eine Lösung bieten.

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FrankfurtProduktionseinschränkungen in seinem größten Kaliwerk haben K+S einen Verlust im dritten Quartal eingebrockt. Für das Gesamtjahr stutzte der Vorstand des Salz- und Düngemittelherstellers die Ergebnisprognose. „Die niedrigeren Preise im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte sowie die andauernden Produktionseinschränkungen am Werk Werra haben Umsatz und Ergebnis stark belastet“, sagte Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag.

Seit Monaten wartet das Kasseler Unternehmen auf eine Genehmigung zur Versenkung salzhaltiger Abwässer, die bei der Kaliproduktion anfallen. Das hinterlässt auch Spuren in der Bilanz. Von Juli bis September fiel ein operativer Verlust von 31 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 132 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz brach um knapp 23 Prozent auf 688 Millionen Euro ein.

Für K+S ist es der erste Verlust in einem Quartal, seit das Kasseler Unternehmen im Jahr 2000 mit Veröffentlichung von Quartalsberichten begann. Einen Jahresfehlbetrag schrieb K+S letztmals 1993. Für 2016 rechnet K+S nun mit einem Rückgang des operativen Gewinns (Ebit I) auf 200 bis 260 Millionen Euro. Bislang hatte K+S 200 bis 300 (2015: 782) Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Vorstand hatte aber bereits im August gewarnt, der Konzern werde wohl nur das untere Ende der Prognose erreichen, wenn K+S nicht bald die lange erhoffte Entsorgungsgenehmigung bekomme.

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Zuletzt hatten die Nordhessen vom Regierungspräsidium Kassel nur eine Übergangserlaubnis erhalten, die Ende 2016 ausläuft. Die genehmigte Versenkmenge hat K+S bereits seit Ende Oktober aufgebraucht. An einem von drei Produktionsstandorten des größten K+S-Werkes Werra, in Hattorf, sind deshalb noch 1000 Mitarbeiter des Unternehmens in Kurzarbeit.

Wegen der eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten rechnet K+S in diesem Jahr nur mit einer Kaliproduktion von insgesamt 6,1 Millionen Tonnen – üblich sind rund sieben Millionen Tonnen. Die fehlende vollständige Versenkerlaubnis koste das Unternehmen in diesem Jahr 200 Millionen Euro, sagte Finanzchef Lohr. Alleine im dritten Quartal schlug dies mit 70 Millionen Euro negativ zu Buche. „Deshalb wird mit Hochdruck an Alternativen zur Entsorgung gearbeitet.“ Am Mittwoch erhielt K+S die Erlaubnis, einen Teil der Abwässer aus dem Werra Werk zur Flutung eines stillgelegten Bergwerkes nutzen zu dürfen - damit wird die angespannte Lage aber nur stabilisiert.

Ein Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel sagte, dass in den nächsten Wochen eine Entscheidung über die Genehmigung zur Abwasserversenkung getroffen werden soll. Dabei gehe es darum, ob eine dauerhafte Erlaubnis, eine Verlängerung der vorläufigen, eingeschränkten Erlaubnis oder gar keine Genehmigung erteilt werde. K+S hofft, dass sein Antrag in vollem Umfang genehmigt wird. Dank neuer Wege zur Abwasserentsorgung werde das Unternehmen selbst ohne eine weitere Genehmigung im kommenden Jahr aber mehr produzieren können als 2016, sagte Lohr.

Von

rtr

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