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17.06.2015

11:04 Uhr

Ladendiebstahl

Wo dreiste Banden Milliarden erbeuten

VonFlorian Kolf

Ladendiebstähle laufen immer professioneller ab. Eine aktuelle Studie zeigt, worauf es die Täter abgesehen haben und welchen Schaden sie verursachen. Deutschlands Händler rüsten auf.

Der Elektronikhändler beobachtet eine Zunahme von Bandendiebstählen. Imago

Wachmann vor einem Saturn-Markt

Der Elektronikhändler beobachtet eine Zunahme von Bandendiebstählen.

DüsseldorfEs läuft fast ab wie bei einem Banküberfall. Zwei Täter lenken das Personal ab, einer sichert den Rückzugsweg an der Tür, einer sitzt im Fluchtauto. Und zwei Person sortieren Arme voll der besten Stücke aus dem Angebot. Und bevor das Personal eingreifen kann, hat die Bande aus dem Outlet-Center Klamotten im Gesamtwert von rund 3000 Euro erbeutet.

„Organisierte Diebesbanden werden immer mehr zum Schrecken der Ladenbesitzer“, beobachtet Frank Horst, Leiter des Forschungsbereichs Inventurdifferenzen und Sicherheit beim Handelsinstitut EHI. Wie eine aktuelle Studie des EHI zeigt, nehmen schwere Ladendiebstähle, zum Beispiel von gesicherter Ware, dramatisch zu. In den vergangenen sieben Jahren haben sie sich mehr als verdoppelt.

Den Einzelhändlern entgehen durch die Diebstähle Einnahmen in Milliardenhöhe. So lagen nach der Studie des EHI die sogenannten Inventurdifferenzen im vergangenen Jahr bei 3,9 Milliarden Euro. Rund 2,1 Milliarden davon gehen auf das Konto von Ladendiebstählen. Den eigenen Mitarbeitern werden knapp 900 Millionen angelastet. Lieferanten und Servicekräften sollen für weitere knapp 300 Millionen verantwortlich sein. Der Rest entfällt auf organisatorische Mängel. An der Studie beteiligt haben sich 110 Unternehmen mit mehr als 20.000 Verkaufsstellen und einem Umsatz von 78,5 Milliarden Euro.

Beliebtes Ziel der Täter sind die auch bei Kunden so populären Outletcenter. In Metzingen etwa bieten rund 90 Outlet-Shops aller gängigen Edelmarken auf mehr als 35.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein ideales Jagdrevier für professionelle Diebesbanden. Registrierte die Polizei dort im Jahr 2011 erst zwei Fälle von schwerem organisierten Ladendiebstahl, schlugen die Banden im vergangenen Jahr bereits 32 mal zu.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik ist die Zahl der angezeigten Ladendiebstähle in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 365.373 Fälle gestiegen. Doch die Zahl der tatsächlichen Diebstähle ist um ein Vielfaches höher: Denn auch wenn alle Händler betonen, dass jeder Diebstahl zur Anzeige kommt – es wird nur ein Bruchteile der Langfinger überhaupt ertappt.

Kommentare (23)

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Herr Vitto Queri

17.06.2015, 11:29 Uhr

>> Den Einzelhändlern entgehen durch die Diebstähle Einnahmen in Milliardenhöhe >>

Das halte ich für ein Gerücht.

Den Diebstahl bezahlen nach wie vor die Käufer.

Die Händler legen die Diebstahlverluste auf die Warenpreise um !

Noch mehr Nackte EU-Schmarotzer, neben den Ostblockstaaten, und wir finanzieren ganz Europa. Es fehlen jetzt nur noch die Ukrainer : die gehen dann noch professioneller zu.

Mit vorgehaltener Waffe lassen sie von den Händlern das Diebstahlgut noch zu sich nach Hause liefern !

EUtopia macht all das möglich !

Herr Horst Meiller

17.06.2015, 11:44 Uhr

Die völlig offenen Grenzen kommen vor Allem professionellen Einbrecher- und Diebesbanden zugute, inzwischen nicht nur in den früheren Grenzgebieten zu Polen und zur Tschechei. Die niedrige Aufklärungsquote, die inzwischen völlige Resignation der Sicherheitsbehörden sowie die augenzwinkernde Duldung der politisch Verantwortlichen sorgen also letztendlich für einen europäischen... nennen wir es ruhig "Länderfinanzausgleich" zum Nachteil der überwiegend heimgesuchten Länder.

Herr Bankmensch Insider

17.06.2015, 11:47 Uhr

Stimme ich vollkommen zu! Grenzen öffnen für alle und jeden und sich dann drüber wundern!
Ein Freund von mir ist Streifenpolizist. Er sagte, seitdem wirklich jeder hier reinkommt, rücken die im Stundentakt zu Ladendiebstählen aus - Täter sind meist unsere erwünschten "Fachkräfte". Müssen sie meist laufen lassen, weil der Staatsanwalt diese Anweisung gibt. Würde man alle verhaften, würde das die Kapazitäten sprengen. Die Fachkräfte sagen noch ganz dreist, dass sie sofort im nächsten Geschäft weitermachen, wenn er sie laufen lässt.
Aber wir müssen an unserer Willkommenskultur arbeiten!

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