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13.03.2017

18:08 Uhr

Landwirtschaft

Junge Bauern übernehmen Höfe trotz harten Wettbewerbs

Der Druck auf junge Landwirte wächst. Diejenigen, die sich zur Hofübernahme entscheiden, suchen nach wirtschaftlichen Perspektiven und sehen sich mit steigenden gesellschaftlichen Ansprüchen konfrontiert.

Meistens werden die Höfe von den Eltern an die Kinder weitergegeben, ein Prozess, der mehrere Jahre begleitet und vorbereitet wird. dpa

Junge Hofnachfolger

Meistens werden die Höfe von den Eltern an die Kinder weitergegeben, ein Prozess, der mehrere Jahre begleitet und vorbereitet wird.

Wennigsen/HannoverAufgeregt flattert ein Huhn aus dem mobilen Stall, als Landwirt Christoph Möller sich ein braunes Ei aus der Klappe herausnimmt. Die anderen picken weiter nach Körnern im Gras am Boden rings um den Wagen. „Wir haben diesen Stall gekauft, um es zu probieren und es läuft echt super“, sagt der 32-Jährige über die Freilandhaltung. Möller hat den Hof in Wennigsen südwestlich von Hannover von seinem Vater vor vier Jahren übernommen. Mit der Hühnerhaltung hat er 2014 begonnen. Sie ist sein Projekt, mit dem er sich ein neues Standbein schaffen will.

Zu dem 150-Hektar-Betrieb gehören auch eine Biogasanlage und Äcker, auf denen der junge Landwirt Rüben, Mais und Weizen anbaut. „Mein Ziel ist, die Fläche zu vergrößern“, sagt Möller. „Es gilt: Wachsen oder weichen“.

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Die Härte des Wettbewerbs haben in den letzten drei Jahren viele Höfe zu spüren bekommen. 1700 Betriebe gaben in Niedersachsen nach Angaben des Landesamt für Statistik Niedersachsen seit 2013 auf. Die Größe der Höfe stieg von 66 auf 69 Hektar. Bundesweit sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2007 und 2016 laut Deutschem Bauernverband um 46.200 auf 275.400 Betriebe.

Gut geführte Höfe hätten generell kein Problem, einen interessierten Nachfolger zu finden, sagt der niedersächsische Landesbauernverband Landvolk. Meistens werden die Höfe von den Eltern an die Kinder weitergegeben, ein Prozess, der mehrere Jahre begleitet und vorbereitet wird.

„Nicht jeder Hof bietet eine wirtschaftliche Perspektive für die Folgegeneration“, sagt Hartmut Völz, der Berater der Landwirtschaftskammer in Gifhorn ist. Der Trend geht zu größeren Betrieben und mehr Spezialisierung. „Jede Familie muss sich etwas überlegen, ob das Biogas, Windkraft, Photovoltaik oder Urlaub auf dem Bauernhof ist“, sagt Völz.

Die Eier seiner Hühner vermarktet Landwirt Möller selbst. Auf dem Hof steht ein Verkaufsstand, der wie eine Reihe Bankschließfächer aussieht. Wer Geld einwirft, kann eine der durchsichtigen Türen öffnen und einen Zehnerkarton herausnehmen. In manchen steckt ein Schoko-Ei statt einem Hühnerei. „Das ist eine Belohnung für die Kinder, wenn sie die Eier holen“, erklärt Möller.

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