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25.04.2013

15:43 Uhr

Langnese-Hersteller Unilever

Zu kalt für den Flutschfinger

Wegen des schlechten Wetters verkaufte Unilever in den vergangenen Monaten weniger Eis. Auch die Konkurrenz macht der Nummer 2 der Konsumgüterhersteller zu schaffen. In den Schwellenländern laufen die Geschäfte gut.

Gedämpfter Appetit: Die Eissparte von Unilever schwächelte – hier die Produktion des Flutschfingers. dpa

Gedämpfter Appetit: Die Eissparte von Unilever schwächelte – hier die Produktion des Flutschfingers.

LondonDer britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever schlägt sich vergleichsweise gut in der europäischen Konsumkrise - dank seiner starken Präsenz in Schwellenländern. Wegen der Schwäche in Europa blieb das Umsatzwachstum im ersten Quartal aber mit 4,9 Prozent unter den Erwartungen der Experten. Auf dem Heimatkontinent sank der Umsatz um gut drei Prozent, während Asien Wachstumsraten von rund neun Prozent verbuchte, wie Unilever am Donnerstag mitteilte. Unilever verkauft unter anderem Knorr-Suppen, Domestos-Reiniger und Eis von Langnese.

Die Breite der Produktpalette ebenso wie die Ausrichtung auf verschiedenste Märkte werde Unilever gut durch die Krise bringen, zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich. Die Hoffnung stützt sich auf das Geschäft in den Schwellenländern, wo Unilever besser abschnitt als so mancher Rivale. In Europa dagegen lief es schlecht, vor allem in Südeuropa halten sich die von der Schuldenkrise geplagten Verbraucher zurück oder steigen auf No-Name-Produkte um. Die Geschäfte in Südeuropa seien in besonderem Maße schwierig gewesen, doch Nordeuropa sei auch nicht viel einfacher, konstatierte Finanzchef Jean-Marc Huet im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

„Ich denke, es ist von Vorteil, ein Portfolio zu haben mit vielen Schwellenländern, weil sich vermutlich nicht alle gleichzeitig gut entwickeln“, erklärte Huet. Er betonte, kein Land mache mehr als acht Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Die Lebensmittel-Geschäfte verbuchten den Angaben nach ein Umsatzminus von 0,5 Prozent. Unter anderem Margarine lief schlecht, viele Verbraucher griffen wieder lieber zu Butter. Dabei gehört Margarine zu den Kernprodukten des Konzerns, der vor 83 Jahren aus dem niederländischen Margarine-Hersteller Margarine Unie und den britischen Lever Brothers entstand.

Mittlerweile macht Unilever 57 Prozent seines Umsatzes in Schwellenländern. Vor allem Seife, Shampoo und Deos verkaufen sich dort gut. Der Weltmarktführer und US-Rivale Procter & Gamble musste erst am Mittwoch seinen Gewinnausblick senken - gerade wegen der schwächeren Entwicklung in Venezuela, Argentinien, Syrien, Ägypten, und Südkorea. Der deutsche Rivale Henkel will der wirtschaftlichen Krise in Europa ebenfalls mit Wachstum in anderen Regionen begegnen. Henkel rechnet für dieses Jahr in Europa eher mit einer weiteren Verschärfung der Lage denn mit einer Besserung.

Von

rtr

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