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15.11.2016

10:13 Uhr

Laurèl, Strenesse, René Lezard

Deutsche Mode – überfordert und profillos

VonGeorg Weishaupt

Zwischen niedrigpreisigen Filialisten und Luxusmode ist für etablierte Labels wie Laurèl oder Strenesse kaum noch Platz. Die Investoren werden wählerisch – und den deutschen Klassik-Marken geht zunehmend das Geld aus.

Gerade mittelständische Modeunternehmen spüren, dass immer weniger Menschen zum Einkaufen in die Städte kommen. dpa

Strenesse-Filiale in München

Gerade mittelständische Modeunternehmen spüren, dass immer weniger Menschen zum Einkaufen in die Städte kommen.

DüsseldorfDie Rettung schien nahe: Das chinesische Unternehmen Shenzhen Oriental Fashion wollte bei der angeschlagenen Modefirma Laurèl einsteigen. Doch in der Nacht zum Montag zogen die Chinesen ihr Angebot überraschend zurück. Die Folgen sind fatal: Das Unternehmen aus Aschheim bei München beantragte ein Insolvenzverfahren wegen Überschuldung.

Eine für Montag geplante Gläubigerversammlung sagte das Modeunternehmen deshalb ab. Eigentlich wollten die Gläubiger einer Anleihe über 20 Millionen Euro dem Investor entgegenkommen.

Wie Laurèl, die mal zur Esacada-Gruppe gehört, geht es momentan vielen Modefirmen. Auch andere kleinere Unternehmen haben es schwer, neue Geldgeber zu finden. „Deutsche Marken wie zum Beispiel Laurèl oder René Lezard haben zu wenig eigenes Profil und zu wenig Charisma, um für einen größeren Fashion-Investor interessant zu sein“, sagt Sabine Meister von der gleichnamigen Unternehmensberatung in München. Sie begründet dies damit, dass „die Kundinnen heute ein vielschichtiges und attraktives Angebot haben, um sich entweder mit Mainstream-Mode des Premium-Segments oder bewusst modisch und preisgünstig zu kleiden.“

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Viele kaufen bei den großen Filialisten wie der schwedischen Kette H&M oder den Firmen der spanischen Inditex-Kette wie Zara oder Massimo Dutti ein. Oder sie investieren gleich in ein Kleid oder einen Blazer einer Luxusmarke.

Gleichzeitig spüren viele Unternehmen, dass weniger Menschen zum Einkaufen in die Städte kommen, denn viele ordern ihren neuen Wintermantel oder ihre Schuhe lieber per Mausklick von zu Hause aus. Das trifft vor allem, die Marken, die in den vergangenen Jahren massiv in neue eigene Boutiquen investiert haben.

Zudem sind viele Kunden den Marken nicht mehr so treu wie früher. Sie wechseln mal schneller von der einen zur anderen. Auch ältere Kunden wollen sich gerne jung kleiden. Nach Untersuchungen der Strategieberatung Hachmeister + Partner haben sich in den vergangenen zehn Jahren viele Kunden von den etablierten Klassikmarken verabschiedet und kaufen lieber Marken mit einem jüngeren Image.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

15.11.2016, 13:32 Uhr

Deutsche Mode?
Wir haben Mode???
Für was?
Für den Weg zum Jobcenter?

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:27 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:39 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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