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20.10.2011

11:21 Uhr

Leasing-Sonderprogramme

Auf langer Strecke besser fahren

VonGerd Zimmermann
Quelle:Creditreform-Magazin

Mit Leasing-Sonderprogrammen werden Vielfahrer von Autobauern und Banken umworben. Von der „intuitiven Steuerung“ bis hin zum Werkstattservice und Management des gesamten Kundenfuhrparks wird dem Käufer einiges geboten.

Auch der Automobilzulieferer Siemens will mit einer optmierten HMI Kundenwünsche erfüllen. obs

Auch der Automobilzulieferer Siemens will mit einer optmierten HMI Kundenwünsche erfüllen.

DüsseldorfLässig lässt Jörn Petersen seine rechte Hand auf einem Touch-Pad in der Mittelkonsole des Fahrzeugs ruhen. Auf dem Display im Armaturenbrett sind die Konturen seiner Finger zu sehen, wie sie gerade die richtige Einstellung der Klimaanlage wählen. „So einfach und sicher lassen sich Klima, Telefon, Audio, Navigation und Internet während der Fahrt steuern“, verspricht der Manager, der sich bei Mercedes-Benz um die Themen „Human Factors und Ergonomie“ kümmert. Kein Verändern der Sitzposition mehr, kein umständliches Suchen und Hantieren – Petersens Blick bleibt durchgehend auf der Straße, wenn das, was seine Finger gerade machen, ihm nicht nur visuell, sondern auch per Sprache mitgeteilt wird. Intuitive Steuerung oder HMI (Human Machine Interface) nennt er das. Das Touch-Pad ist dabei die zentrale Berührungsunterlage.

Wie bei einer Laptop-Tastatur erfolgt schon bei leichtem Druck eine Rückmeldung via Tastsinn: Die Bedienoberfläche federt merklich einige Millimeter ein. Eine Infrarotkamera macht die Fingerbewegungen im Display sichtbar – dort, wo kurz zuvor die Navigation den Weg zeigte. In transparenter Form, dadurch werden keine Menüanzeigen überdeckt, alle bleiben sichtbar und wählbar. Erkannt werden Fingeraktionen auf der Bedienoberfläche wie Wischen, Schieben, Drehen und Zoomen, eben klassisch Touchscreen, allerdings ohne Verschmierungen durch Fingerabdrücke. Auslöser für die Entwicklung waren übrigens Vielfahrer, die Mercedes Benz nach ihren Verbesserungswünschen gefragt hatte.

„Intelligente Maßnahmen zur weiteren Entlastung des Fahrers sind allgemein ein sehr großes Thema“, sagt auch Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung bei Mercedes-Benz Cars. So würden die Menschen künftig mehr Lebenszeit unterwegs im Auto verbringen. Dafür sprächen die Zunahme der Weltbevölkerung und des weltweiten Kfz-Bestands. „Im Jahr 2030 haben wir mit rund 1,8 Milliarden Einheiten doppelt so viel Fahrzeuge auf den Straßen wie heute – speziell in Ballungsräumen wird der Verkehr viel dichter“. Staus zehrten dabei besonders an der Fahrerkondition.

Weber ist sich deshalb sicher, dass künftige Modellgenerationen deutlich mehr und bessere Komfort- und Sicherheitsangebote vorweisen müssen. Eine Pionierrolle hier schreibt er der neuen Mercedes S-Klasse zu, die nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Zur Ausstattung wird die Weltneuheit „HMI“ mit dem erwähnten Cam-Touch-Pad gehören.

Für Robert Rademacher zeigt auch die Statistik einen klaren Trend zu mehr Annehmlichkeiten auf vier Rädern: „Der durchschnittliche Fahrzeugpreis in Deutschland steigt und liegt aktuell bei rund 26.000 Euro“, berichtet
der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). „Premium-Fahrzeuge, in Komfort und Sicherheit deutlich besser ausgestattet, werden im Gewerbemarkt verstärkt nachgefragt“, freut sich auch Michael Reinhart, Sprecher des Arbeitskreises der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA). Und er macht kein Hehl daraus, dass die AKA-Finanzinstitute diesen Trend mit Sonderprogrammen fördern. Zum einen ist ein Ende nicht abzusehen, zum anderen kann die Industrie an höherpreisigen Mobilen natürlich mehr verdienen. Von fünf gewerblich zugelassenen Fahrzeugen sind aktuell übrigens vier geleast.

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