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09.04.2011

08:55 Uhr

Leasing statt Kauf

Flugzeugfonds bringen Airlines zum Abheben

VonMark Lapidus

Ein Flugzeug zu erwerben ist für einige Airlines eine zu kostspielige Sache. Die Alternative: Ein geschlossener Fonds, der das Flugzeug kauft und verleast. Das Modell erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Airbus A380: Eine Alternative zum Kauf ist für Fluglinien die Finanzierung über einen geschlossenen Fonds. Quelle: dapd

Airbus A380: Eine Alternative zum Kauf ist für Fluglinien die Finanzierung über einen geschlossenen Fonds.

HamburgAirbus hat im Januar 2011 den Listenpreis des neuen Super-Airbus A380 um 8,4 Prozent auf 375,3 Millionen US-Dollar erhöht. Nur die großen Airlines können solche Summen aufbringen. Aber selbst die Kaufpreise für kleinere Maschinen sind so hoch, dass nur wenige Fluglinien sie komplett selbst finanzieren können. Eine beliebte Alternative für diese Airlines ist daher die Finanzierung über einen geschlossenen Fonds, der das Flugzeug kauft und an die Fluggesellschaft verleast.

In der Regel ist ein solches Leasinggeschäft für beide Seiten von Vorteil. Die Fluggesellschaft muss nicht auf einen Schlag die Liquidität selbst aufbringen, um ein Flugzeug zu erwerben, kann jedoch modernste Flugzeuge betreiben. Gleichzeitig hat die Airline dadurch die Möglichkeit, die Finanzierungsstruktur ihrer Flotte zu diversifizieren, indem ein Teil der Flugzeuge im eigenen Bestand gehalten wird, während der Rest über Flugzeugfonds oder andere in diesem Bereich tätige Leasinggesellschaften geleast wird. Der geschlossene Fonds auf der anderen Seite erwirtschaftet mit den Leasingraten der Fluggesellschaft stetige Erträge, die er an die Anleger ausschütten kann.

Flugzeuginvestitionen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – bei Institutionellen und Privatanlegern gleichermaßen. So wurden in den vergangenen vier Jahren nach Angaben von Feri EuroRating rund zwei Milliarden Euro bei Privatanlegern eingesammelt.

Bei Flugzeugfonds handelt es sich um unternehmerische und renditeorientierte Beteiligungen. Demzufolge benötigen die Fondsgesellschaften neben einem professionellen Asset-Manager insbesondere eine wirtschaftlich stabile Fluggesellschaft mit hervorragenden Geschäftsaussichten sowie modernes und daher gefragtes Fluggerät.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass derzeit vor allem viele Airlines aus Mittel- und Fernost zu den begehrtesten Leasingnehmern zählen – etwa Airlines wie Emirates oder Singapore Airlines.

Gründe für die hervorragende Marktposition dieser Fluggesellschaften sind die sehr wettbewerbsfähige Kostenstruktur und die junge, einheitliche und moderne Flugzeugflotte, die Wartungs- und Treibstoffkosten spart.

Es ist daher nicht schwer vorauszusagen, dass auch Anleger künftig auf Airlines aus Asien und der Golfregion setzen werden. Schon jetzt stammt die Mehrzahl der Leasingnehmer geschlossener Flugzeugbeteiligungen in Deutschland aus Asien und den Golfstaaten. Die Abwanderbewegung, die bereits bei den Passagieren zu beobachten ist, setzt sich also nun auch bei den Flugzeugfonds fort.


Kommentare (2)

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esboern

09.04.2011, 13:27 Uhr

Da werden den Kleinanlegern wieder Gewinne versprochen, das Ganze endet wie alle Schifffonds, viele Imobilien- u. sonstige tolle Fonds, in einem Totalverlust für den Anleger, wobei dieser meistens noch nachschießen muß. Alles nur Luftblasen

Christophhro

09.04.2011, 13:56 Uhr

Zu dem Thema ist ein sehr spannender und lesenswerter Artikel in der Wirtschaftswoche von letzter Woche (04.04.11) gewesen... es gibt in der Regel bessere Anlagen als geschlossene Fonds.

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