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17.08.2015

06:20 Uhr

Lebensmittel aus dem Netz

Warum sich Tomaten online nicht verkaufen

VonMiriam Schröder, Georg Weishaupt

Einfach per Klick Lebensmittel bestellen und bequem nach Hause liefern zu lassen, das verspricht der Online-Lebensmittelhandel. Doch eine Studie zeigt: Das System ist noch verbesserungsbedürftig.

Das Online-Geschäft mit Lebensmitteln ist noch verbesserungsbedürftig. Die meisten Deutschen kaufen ohnehin im klassischen Supermarkt ein. dpa

Supermarkt statt Online-Einkauf

Das Online-Geschäft mit Lebensmitteln ist noch verbesserungsbedürftig. Die meisten Deutschen kaufen ohnehin im klassischen Supermarkt ein.

Berlin/DüsseldorfBananen mit Kühlschäden, zu lange Lieferfristen und andere Lebensmittel als gewünscht - beim Online-Lebensmittelhandel erlebt mancher Kunde böse Überraschungen. Zu diesem Ergebnis kommt das EHI Retail Institute aus Köln. „Wir haben bei Testbestellungen mit bundesweiter Paketlieferung teilweise Probleme mit der Frische festgestellt“, sagte Sascha Berens, Online-Experte des EHI dem Handelsblatt. Das Institut untersuchte in seiner Studie, die exklusiv vorab dem Handelsblatt vorliegt, insgesamt 250 Onlineshops.

Der Großteil der virtuellen Läden meidet denn auch frische Lebensmittel. 63 Prozent der Online-Händler bieten nur Haltbares an. An Käse wagen sich nur 35 Prozent der Händler, an Obst und Gemüse lediglich 21 Prozent und frischer Fisch (14 Prozent) sowie Tiefkühlprodukte (zehn Prozent) liegen auf den letzten Plätzen.

Die größten Discounter der Welt 2014

Nummer eins

Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Nummer zwei

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

Nummer drei

Mit großem Abstand folgt der drittgrößter Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

Nummer vier

Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

Nummer fünf

Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

Nummer sechs

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

Nummer sieben

Auch der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

Nummer acht

Auf einen ähnlichen Umsatz wie Biedronka kam 2013 der US-Discounter Family Dollar. Die Kette verkaufte Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

Nummer neun

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

Nummer zehn

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2013 6,2 Milliarden Euro.

Ein weiteres Problem, wenn die bestellte Ware nicht mehr verfügbar ist, bekommt der Kunde oft keinen Ersatz – erfährt davon aber erst, wenn der Einkaufskorb schon in der Küche steht. Dann muss er doch wieder selbst einkaufen gehen.

In Deutschland ist das Online-Geschäft mit Lebensmitteln noch klein. Lauft GfK-Handelsforschung kaufen Bundesbürger erst 1,2 Prozent ihrer Lebensmittel per Internet. Das liegt auch daran, dass Deutschland ein sehr dichtes Netz an Supermärkten besitzt. So sind die Wege zum nächsten Laden im Vergleich zu anderen Ländern relativ kurz. Außerdem herrscht hier ein harter Preiswettbewerb durch Discounter wie Aldi und Lidl.

G S00 Händlertypen OnlineshopsV2-01

Trotzdem dürfte das noch bescheidene Geschäft in den nächsten Jahren wachsen: Die Marktforscher der GfK in Nürnberg erwarten, dass sich der Anteil der Sparte Lebensmittel & Drogerie bis 2025 von zusammen derzeit 8 auf 16 Prozent verdoppelt.

Davon wollen Newcomer wie Emmas Enkel aus Düsseldorf profitieren. „Wir werden dieses Jahr noch zwei Läden in Köln sowie jeweils einen in Düsseldorf und Berlin eröffnen“, kündigte Mitgründer und Geschäftsführer Sebastian Diehl gegenüber dem Handelsblatt an.

Kommentare (11)

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Herr Fred Meisenkaiser

17.08.2015, 08:45 Uhr

In einer Zeit, in der - bdeingt durch zahllose Lebensmittelskandale - der Trend zu regionalen Produkten geht, sind große Online-Lebensmittelhändler wohl eher was für Finanzinvestoren u.a. Parasiten.
Bestimmte Lebensmittel, wie Olivenöl, Orangen kann man beim Erzeuger kaufen und sich schicken lassen. Nichtmal unbedingt teurer, schließlich sind die Aufschläge der Supermärkte exorbitant!
Und Dinge wie Fleisch, Eier, Milch kann man direkt ab Hof kaufen. Auch das muß nicht teurer sein!

Herr Fiedel Nilats

17.08.2015, 08:47 Uhr

Da werden Sie die Unternehmen ganz sicher eine "blutioge Nase" holen.
Die zeitnahe Belieferung des Endkunden mit Lebensmiteln ist logistisch nicht koistendeckend
darstellbar, oder für den Kunden unbezahlbar.

Versuche im Frischebereich sind bisher immer gescheitert, weil die Systeme momentan viel
zu arbeits- und kostenintensiv sind. In zehn Jahren, wenn Roboter die Kommissionierung in
den Logistikzentren übernehmen können und fahrerlose Lieferfahrzeuge, oder Frohnen die
Zustellung übernehmen, ist dieses Systrem vielleicht planbar.

Frau Monika Eichner

17.08.2015, 09:46 Uhr

Nun - ich kann nur sagen, dass es funktioniert.
Ich lasse meinen Wocheneinkauf inkl Getränkekisten jede Woche liefern. Allerdings wende ich mich bei der Bestellung auch an einen Lebensmittelhändler der Offline präsent ist.
Ich bekomme die gleiche Qualität wie im Laden, das Tiefgekühlte ist tiefgekühlt (sogar bei den heissen letzten Tagen), ebenso die Ware aus dem Kühlregal und das Fleisch. Ich habe noch nicht eine Ersatzlieferung bekommen. Ich kann die Uhrzeit der Zustellung wählen. Produkte die ich schon einmal gekauft habe werden mir extra angezeigt. So kann man sie schneller wieder auswählen.
Ich geh natürlich ab und zu auch noch vor Ort einkaufen, aber die große Portion lasse ich liefern.

Ich denke, auch die Lebensmittellieferung wird unsere Zukunft sein. Die Leute werden immer älter und es ist wirklich eine tolle Angelegenheit wenn Getränkekisten bis an die Tür geliefert werden.

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