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13.09.2012

16:53 Uhr

Lebensmittel-Discounter

Aldi will auf die Kö

Größer könnte der Kontrast nicht sein: Die Discounter-Kette Aldi will eine Filiale auf der Düsseldorfer Luxuseinkaufsmeile Königsallee eröffnen.

Ein Firmenschild der Discounter-Kette Aldi in Köln. dpa

Ein Firmenschild der Discounter-Kette Aldi in Köln.

DüsseldorfDie Billigkette Aldi hat auf der Suche nach guten Innenstadtlagen jetzt sogar die Düsseldorfer Nobelmeile „Kö“ im Fokus. Es bestehe Interesse, am südlichen Ende der Königsallee eine Filiale zu eröffnen, bestätigte der Discounter Aldi Süd am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr.

Zuvor hatte die „Rheinische Post“ berichtet, dass die Aldi-Filiale in einer Immobilie geplant sei, die zuletzt von einem Elektronikfachmarkt genutzt wurde. „Aldi und Lidl sind seit geraumer Zeit wieder auf dem Weg in die Innenstadt, nach dem der Trend in der Vergangenheit auf die grüne Wiese ging“, sagte Matthias Queck, Discountexperte des Handelsinformationsdienstes Planet Retail. Die Discounter wollten das Kundenpotenzial in der Innenstadt nutzen.

Warum Aldi billig ist

Es ging ums Sattwerden

Es ist eine Gretchenfrage: Wie viele Artikel biete ich meinen Kunden an? 1946 ging es um nichts mehr als ums Sattwerden. Die Aldi-Brüder schauten auf ihren Tages- und Wocheneinkauf. Erst im Laufe der Jahre kamen Non-Food-Artikel hinzu – anfangs waren sie verpönt.

Zahl der Artikel

Mit der Zeit pendelte man sich bei 400 Artikeln ein. Inzwischen – in Zeiten der feiner werdenden Nuancen – ist die Zahl auf 900 Artikel gewachsen. Der Stellplatz in den Filialen hat natürliche Grenzen. Zudem ist Produktpflege ein aufwändiges Geschäft.

Das oberste Gebot

Von Beginn an galt bei den Albrechts das Gebot der Warengleichheit: In allen Filialen sollten die Kunden dieselben Produkte finden. Schnell ging es soweit, dass sie es sogar an derselben Stelle fanden.

Die Revolution

Eine echte Revolution war die Einführung von Kühlware in den 70er-Jahren. Sowohl bei Aldi Nord als auch bei Aldi Süd gingen Grundsatz-Diskussionen voraus. Entgegen der Behauptungen gab es darüber aber keinen brüderlichen Zwist. Allerdings musste der vorpreschende Karl Überzeugungsarbeit leisten beim abwägenden Theo. Doch die Kühltruhe kam, erst im Kleinformat, dann immer mehr.

Markenartikel? Nein, Danke!

Seit Jahren macht andere Discounter wie Netto (vorher Plus) gute Geschäfte mit Markenartikeln. Aldi hat stets eine Aversion gegen sie gehabt. Auf der anderen Seite taten sich die Hersteller von Markenartikeln anfangs auch sehr schwer, bei einer Billigkette zu listen, als die Aldi galt.

Aldis Problem

Vereinfacht gesagt besteht Aldis größtes Problem darin, die erforderlichen Liefermengen von mehreren Anbietern zu beziehen. Bei vergleichenden Qualitätsstandards heißt es immer wieder: Bedarfsdeckung versus Preis. Gerade zu Ostern und Weihnachten ist es eine Sisyphusarbeit in Planung und Organisation, für ausreichend Waren zu sorgen und sie auf die Filialen zu verteilen.

Harte Gespräche mit Lieferanten

Die Preisfindung in diesem „Wettkampf“ ist das eigentliche Erfolgsrezept Aldis. Als Marktführer, ausgestattet mit dem Hebel der Mengemacht, hat man hier natürlich Vorteile. Dabei bündeln Aldi Nord und Aldi Süd ihre Einkaufsstrategie in vielen Sortimenten. Auf der anderen Seite hat Aldi auch kein Interesse, die Lieferanten so sehr zu schröpfen, dass sie in den Ruin gehen. 

Die große Verlockung

Lieferanten unterliegen leicht der großen Verlockung, mit Aldi so zu verhandeln, dass die eigentlichen Kapazitätsgrenzen überschritten werden. Zwar kann man mit Aldi vermögend werden, aber das Risiko, sich zu sehr abhängig zu machen, ist groß. Denn Aldi streicht durchaus schnell einen Lieferanten. Fachleute raten dazu, maximal 50 Prozent seiner Produkte an Aldi zu verkaufen.

Das Preisdiktat

Die Wettbewerber sind dem Preisdiktat ausgesetzt. In den vergangenen Jahres war gut zu beobachten, was passiert, wenn Aldi die Preise für Alltagsprodukte wie Milch senkte: Die Konkurrenz zog innerhalb weniger Stunden nach. Preisvergleich und Preispolitik sind Tagesaufgaben.

Wie preissensibel ist der Kunde

Doch warum agieren die Discounter eigentlich so nah am „gerechten Preis“? Die Frage ist durchaus berechtigt, denn die Durchschnittskunde ist eigentlich sehr wenig mit den Preisen vertraut. Er stellt seinen Warenkorb den Bedürfnissen und Gepflogenheiten zusammen. Die meisten gehen nicht mit offenen Augen durch die Läden. Angebote werden auch bei Aldi sehr deutlich mit andersfarbigen Schildern gekennzeichnet, damit sie überhaupt auffallen. Umso wichtiger ist also, dauerhaft der Preisführer zu sein – und dieses Image zu pflegen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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D-Town

13.09.2012, 19:39 Uhr

Soso. Soll das dann auch über zwei Etagen gehen wie der MediMax früher? Und von wegen Innenstadtlage: Es gibt doch genug REWE un Kaisers und basic und superbiomarkt, Und der nächste Aldi ist auch nicht weit: Bilker Arcaden gegenüber real. Und da wäre noch die Frage der Parkplätze: Die Rentenversicherung und stern-Verlag husteln doch jetzt schon w/ dem Problem. Aber toller Werbe-Gag, Aldianer!

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