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19.03.2014

09:29 Uhr

Lebensmittel-Discounter

Bauernverband kritisiert Preiskampf beim Billigfleisch

Der Preiskampf der Discounter bei Frischfleisch verärgert den Deutschen Bauernverband. Die Supermarktketten würden ihrer Verantwortung nicht gerecht – obwohl sie der „Tierwohl“-Initiative angehören.

Aldi, Lidl und weitere Discounter liefern sich einen Preiskampf bei Frischfleisch. Der Bauernverband kritisiert das. dpa

Aldi, Lidl und weitere Discounter liefern sich einen Preiskampf bei Frischfleisch. Der Bauernverband kritisiert das.

DortmundDer Deutsche Bauernverband hat den Preiskampf der Discounter bei Frischfleisch scharf kritisiert. „Was sich im Moment abspielt, verärgert uns massiv“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Mittwochausgabe). Die Preissenkungen durch die Supermarktketten liefen den gemeinsamen Anstrengungen von Landwirtschaft, Schlachtbranche und Lebensmitteleinzelhandel für das Tierwohl zuwider. „Die Discounter werden derzeit ihrer Verantwortung innerhalb der Branche nicht gerecht“, sagte Rukwied.

Marktführer Aldi und in Folge weitere Wettbewerber hatten vor gut einer Woche die Preise für Produkte aus Rindfleisch, Hähnchen- und Putenfleisch gesenkt. Lidl hatte die Preissenkungen kritisiert, sich aber dennoch angeschlossen. Beide Billigsupermarktketten gehören zur im Herbst angekündigten Initiative Tierwohl: Die Supermärkte wollen Landwirte für die artgerechtere Haltung von Schweinen und Hühnern besser bezahlen. Die Initiative soll in diesem Jahr starten.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

Douglas

Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10

Rang 9

Netto

Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 8

Obi

Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 7

Rewe

Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012

Rang 6

dm

Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012

Rang 5

Kaufland

Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 4

Media Markt

Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012

Rang 3

Edeka

Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 2

Lidl

Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012

Rang 1

Aldi

Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012

Quelle

Interbrand, März 2013

Die Supermärkte wollen dabei in einen Fonds einzahlen, aus dem Bauern einen Zuschuss dafür erhalten, dass sie ihre Tiere gut behandeln: Dazu zählt etwa, dass die Landwirte den Tieren mehr Platz oder Auslaufmöglichkeit geben oder auf die Kastration von Ferkeln oder das Schnabelkürzen bei Hühnern verzichten.

Die Handelsunternehmen wollen dann mit dieser „Tierwohl“-Initiative für sich werben. Der Bauernverband sieht darin eine Chance, aus dem Dilemma auszubrechen, dass die Verbraucher zwar mehr Tierwohl fordern, das Fleisch aber letztlich niemand kauft, weil es zu teuer ist.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.03.2014, 09:57 Uhr

Wir müssen aufpassen, dass wir den Verlockungen der Bauern mit ihrer "lokalen Autonomie" nicht in die Falle gehen. Denn wenn einmal die Bauern für jedes Dorf seine "eigenen" Nahrungsmittel erzeugen, sind wir wieder bei der Feudalherrschaft, wo der Bauer (Lehnsherr) diktiert, was die Kartoffel kostet, denn ein Wettbewerb existiert dann nicht mehr. Es ist das gleiche, wie mit den selbsternannten "guten" Biobauern, die auch gerne den Wettbewerb ausschalten würden, um die Welt (oder ihren Profit?) zu retten. Leider lassen sich viele Gutmenschen vor diesen Karren spannen und merken nicht, wie sie benutzt werden.

Account gelöscht!

19.03.2014, 10:22 Uhr

Naja, aber in unserem land haben nicht die Bauern, sondern die lebensmittelindustrie das Sagen. Ein Lebensmittelskandal jagt den nächsten, ohne jegliche Konsequenzen. Und so ist der Einkauf beim Bauern um die Ecke schon eine Alternative.

Die größere Gefahr ist das Genfutter, welches uns die Amerikaner im Rahmen von TTIP aufzwingen wollen. Da sehe ich die viel größere Gefahr.

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