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13.08.2015

10:14 Uhr

Lebensmittelriese mit weniger Gewinn

Maggi-Nudeln bremsen Nestlé

Der Rückruf von Fertignudeln in Indien macht Nestlé zu schaffen: Der Gewinn geht zurück, das Wachstum fällt schwächer aus. Und auch das Geschäft in China bereitet dem Schweizer Lebensmittelriesen Sorgen.

Der Konzern kämpft gegen den Imageschaden. dpa

Proteste gegen Nestlé

Der Konzern kämpft gegen den Imageschaden.

ZürichDer Rückruf von Fertignudeln in Indien und die Kaufzurückhaltung der chinesischen Konsumenten haben den weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé im ersten Halbjahr gebremst. Das währungsbereinigte organische Wachstum ging auf 4,5 Prozent zurück nach 4,7 Prozent in der Vorjahresperiode, wie der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen am Donnerstag mitteilte.

Damit schnitt das Schweizer Unternehmen immer noch besser ab als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn schrumpfte knapp drei Prozent auf 4,5 Milliarden Franken. Für dieses Jahr erwartet Nestlé weiter ein organisches Wachstum von rund fünf Prozent und eine bessere Rendite. Am Kapitalmarkt kam das gut an: Im vorbörslichen Handel legte die Nestlé-Aktie zwei Prozent zu.

Nestlé Instantnudeln: Indien fordert Schadenersatz im Maggi-Skandal

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Indiens Lebensmittelaufsicht hat Nestlé bereits im Juni Herstellung und Verkauf seiner mutmaßlich bedenklichen Maggi-Instantnudeln verboten. Nun drohen dem Konzern millionenschwere Schadensersatzforderungen.

Grund für das langsamere Wachstum war unter anderem die Rücknahme der beliebten Maggi-Fertignudeln in Indien, nachdem Lebensmittel-Kontrolleure in einigen Paketen bedenklich hohe Blei-Konzentrationen gefunden hatten. Das habe zu Geschäftsrückgängen geführt, die sich im zweiten Halbjahr fortsetzen würden, erklärte Nestlé.

Der Rückruf der beliebten Maggi-Fertignudeln in Indien hat den Lebensmittekonzern im ersten Halbjahr 66 Millionen Franken gekostet. Hinzu kämen Umsatzeinbußen durch den anhaltenden Verkaufsstopp, sagte Finanzchef Francois-Xavier Roger am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Der Rückruf habe sich auch leicht negativ auf die Nachfrage nach anderen Produkten in der Region ausgewirkt.

Die Nudeln, die an jeder Straßenecke zu haben waren, machen zwar nur einen Bruchteil des Konzernumsatzes aus - dem Konzern droht wegen des größten Lebensmittelskandals in Indien seit fast einem Jahrzehnt aber ein Imageschaden. In einem Interview mit der „Handelszeitung“ (Donnerstagausgabe) betonte Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck, die Nudeln seien sicher und enthielten nichts Schädliches.

In China schaffte es der Lebensmittelkonzern zuletzt nicht, sich rasch genug an die veränderten Konsumgewohnheiten der dortigen Bevölkerung anzupassen, die mehr Wert auf Frische legt und zunehmend auch über das Internet einkauft. Kaffee, Süßigkeiten und Fertigmahlzeiten sind dort nicht mehr so stark gefragt wie früher. Nestlé steuere jedoch gegen und erwarte eine graduelle Verbesserung im Jahresverlauf, erklärte der Konzern. Zudem laufe das Geschäft in Nordamerika und Brasilien weiter verhalten. Doch auch hier zeichneten sich Verbesserungen ab. China ist nach den USA der wichtigste Markt für Nestlé - gefolgt von Frankreich und Brasilien.

Von

rtr

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