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07.02.2017

12:31 Uhr

Lidl-Chef Sven Seidel muss gehen

Heftiger Führungsstreit bei Lidl

VonFlorian Kolf

Nach einem Streit tauscht Lidl den Chef aus. Sven Seidel dankt ab, Jesper Hojer tritt die Nachfolge an. Der Wechsel kommt ungelegen. Deutschlands größter Handelskonzern steht vor großen Herausforderungen.

Mit dem Abgang von Lidl-Chef Sven Seidel muss sich auch die strategische Ausrichtung der Discounterkette ändern. dpa

Lidl

Mit dem Abgang von Lidl-Chef Sven Seidel muss sich auch die strategische Ausrichtung der Discounterkette ändern.

BerlinEine Neuordnung an der Spitze von Deutschlands größtem Handelsunternehmen hat ein prominentes Opfer gefunden: Lidl-Chef Sven Seidel hat mit sofortiger Wirkung das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger wird Jesper Hojer, der zuvor als Vorstand den internationalen Einkauf leitete. Wie die Schwarz-Gruppe, zu der sowohl Lidl als auch das Schwesterunternehmen Kaufland gehören, mitteilte, gab es „unterschiedliche strategische Geschäftsauffassungen“ zwischen dem 43-jährigen Seidel und dem Schwarz-Chef Klaus Gehrig.

Die Schwarz-Gruppe wird künftig von einem fünfköpfigen Leitungsgremium geführt, das gemeinsam über strategische Fragen entscheidet. Neben Gehrig und dem neuen Lidl-Chef Hojer sind in diesem Gremium Kaufland-Chef Patrick Kaudewitz, Andreas Strähle (Finanzen, Controlling, Personal) und Gerd Chrzanowski (IT, Produktion, Immobilien).

Die Schwarz-Gruppe wird in diesem Jahr erstmals die Umsatzgrenze von 90 Milliarden Euro überschreiten und hat zugleich mit dem geplanten US-Einstieg von Lidl und der Australien-Expansion von Kaufland in nächster Zeit große Projekte zu schultern. Deshalb hielt es Gehrig offenbar für notwendig, die zentrale Führung der beiden Handelsorganisationen zu stärken.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

„Wir wissen, dass wir verschiedene Dinge, die wir früher richtigerweise separat gemacht haben, heute zusammenfassen müssen“, sagte Gehrig im Interview mit der Zeitung Heilbronner Stimme. Die neue Vorstandsvorsitzenden-Runde werde strategische Themen kollegial besprechen. Letztlich so Gehrig, herrsche dort jedoch keine Demokratie: „Am Ende muss einer entscheiden.“

Obwohl: Seidel hatte seit seinem Amtsantritt bei Lidl vor knapp drei Jahren die Umsätze und auch das Ansehen bei den Kunden gesteigert. Auch die Modernisierung der Läden hatte er massiv vorangetrieben und damit die Konkurrenten Aldi Süd und Aldi Nord unter Druck gesetzt. Außerdem hatte sich Seidel zum Ziel gesetzt nach zahlreichen Skandalen in der Vergangenheit die Führungsstrukturen des Händlers professioneller zu gestalten.

Doch in jüngster Zeit gab es zunehmend Auseinandersetzungen zwischen ihm und Gehrig, wie es in Unternehmenskreisen heißt. Seidel war kein klassischer Händler, sondern hatte vor seiner Zeit bei Lidl mehrere Jahre bei dem Beratungsunternehmen Porsche Consulting gearbeitet. Offenbar war er mit zahlreichen Ideen zur Veränderung nicht so vorangekommen, wie er es sich vorgestellt hatte.

Interview mit Lidl-Chef Seidel 2015: „Unsere Expansion ist niemals zu Ende“

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Lidl-Chef Sven Seidel hatte Großes vor: Der Discounter greift in den USA den deutschen Rivalen Aldi an. Im Interview sprach Seidel im November 201 über mögliche Zukäufe – und die Rabattschlachten der Zukunft.

Ein Streitpunkt war auch die Frage, wie offensiv sich Lidl dem Onlinehandel stellt. Seidel hatte mit Lidl Express ein Konzept entwickelt, das die Bestellung im Netz mit der Abholung in Filialen kombiniert. Eigentlich sollte dieser Dienst bereits im vergangenen Dezember starten. Es hatte aber immer wieder Verzögerungen gegeben, weil es Differenzen gab.

Der neue Lidl-Chef Hojer ist ein klassisches Eigengewächs des Händlers. Der 38-Jährige arbeitet seit zehn Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen bei Lidl. Vor seiner Amtszeit als Einkaufsvorstand war er Geschäftsleitungsvorsitzender bei Lidl Belgien.

Noch offen ist, wie die Zukunft an der Spitze der Schwarz-Holding langfristig aussehen wird. Gehrig ist bereits 68 Jahre alt, hat aber noch keinen Nachfolger benannt.

Kommentare (2)

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Herr Nehal Devanowitch

07.02.2017, 13:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Frank Schmitz

07.02.2017, 19:25 Uhr

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

Das was Sie machen, hat nichts mit "Mühe geben" zu tun. Sie wollen Ihre Meinung und Gesinnung breittreten. Fast nie tragen Sie irgendetwas sachliches zum Thema bei. Immer der gleiche Mumpitz: Trump, Putin und AfD sind toll, alle anderen sind doof, ganz besonders die olle Merkel.

> Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber
> auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren"

Nein. Sie plakatieren, weil Sie und ihre Gesinnungsgenossen der Meinung sind, man muß den Leuten nur oft genug sagen, was sie denken sollen, dann denken die auch irgendwann so. Sie kommen nicht im geringsten auf die Idee, das ihr unsachliches Propaganda-Gequatsche die Leute nerven könnte. Die Menschen haben schlicht und ergreifendes besseres zu tun, als sich Ihren Mumpitz stundenlang durchzulesen.

> Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch
> zwei echte Kerle mit eigener Meinung

Nicht relevant. Die Zeiten sind vorbei, Diktatoren und Lügner werden heutzutage nicht mehr bewundert. Ich wünsche Ihnen viel Glück beim Auswandern nach Russland.

> Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare
> zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!

Beim Lesen Ihrer Kommentare bekommt man durchaus mehr, als nur eine Ahnung, warum Sie keine Arbeit finden können.

> Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Spätestens mit letzterer Ausssage haben Sie sich endgültig als Nazi geoutet und disqualifiziert und liefern damit den besten Grund gegen die AfD.

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