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02.11.2016

13:53 Uhr

Lidl

Nächster Discounter bietet Streaming-Musik billiger an

Bei Lidl soll der Premium-Service des französischen Musikdienst-Anbieters Deezer dauerhaft 7,99 Euro pro Monat kosten statt der üblichen 9,99 Euro auf der eigenen Website oder 12,99 Euro in Apples iTunes-Plattform.

Beim Discounter kann man nun auch Streaming-Musikdienste kaufen. Konkurrent Aldi hat bereits seit einem Jahr ein Streaming-Abo im Angebot. AFP; Files; Francois Guillot

Lidl

Beim Discounter kann man nun auch Streaming-Musikdienste kaufen. Konkurrent Aldi hat bereits seit einem Jahr ein Streaming-Abo im Angebot.

BerlinEin weiterer Streaming-Musikdienst bietet sein Abo bei einem Discounter günstiger an. Bei Lidl soll der Premium-Service des französischen Anbieters Deezer dauerhaft 7,99 Euro pro Monat kosten statt der üblichen 9,99 Euro auf der eigenen Website oder 12,99 Euro in Apples iTunes-Plattform. Seit rund einem Jahr gibt es zu diesem Preis bereits beim Lidl-Rivalen Aldi das Streaming-Abo vom Deezer-Konkurrenten Napster.

Die Kooperationen laufen aber nach etwas unterschiedlichen Modellen. Während der Napster-Service bei Aldi vorrangig unter der Discounter-Marke „Aldi Life“ verkauft wird, soll es bei Lidl ab kommender Woche lediglich günstigere Gutscheine für Deezer-Abos geben. „Das war uns wichtig, nachdem wir so viele Jahre in den Aufbau der Marke investiert haben“, sagte Michael Krause, der bei Deezer für das internationale Geschäft zuständig ist. Er glaube nicht, dass die Discounter-Angebote einen generellen Preisrutsch von der üblichen Marke von 9,99 Euro im Monat für das Komplett-Angebot der Streaming-Dienste auslösen werden.

Wer am Musikstreaming verdient

Zur Studie

Wirtschaftsexperten von Ernst & Young haben im Auftrag des Verbandes der französischen Musikindustrie SNEP exemplarisch ausgerechnet, wieviel die einzelnen Parteien von jenen 9,99 Euro erhalten, die ein Premiumabo bei Diensten wie Spotify und Deezer kostet.

Der Dienst selbst ...

... behält demnach 2,08 Euro.

Der Staat ...

... bekommt 1,67 Euro insbesondere durch die Umsatzsteuer.

Die Verwertungsgesellschaften ...

... bekommen einen Anteil von einem Euro.

Die Labels ...

... behalten 4,56 Euro.

Den Künstlern ...

... bleiben am Ende 0,68 Euro. Die werden nach Häufigkeit der Abrufe unter den Musikern aufgeteilt. Unbekanntere Bands erhalten entsprechend wenig.

Das Geschäft der Musikindustrie verlagert sich schnell von CDs und Internet-Downloads zu Streaming-Diensten, bei denen die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Marktführer ist Spotify aus Schweden mit mehr als 100 Millionen Nutzern, von denen rund 40 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Apple Music kam als Nummer zwei zuletzt auf 17 Millionen zahlende Kunden und hat keine Gratis-Version. Napster und Deezer sind die kleineren international agierenden Anbieter. Deezer plante im Herbst vergangenen Jahres einen Börsengang, sagte ihn aber unter Hinweis auf ein schlechtes Marktumfeld ab.

Von

dpa

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