Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2014

11:57 Uhr

Lieferant Fonterra wird verklagt

Danone zieht im Milchpulver-Skandal vor Gericht

VonThomas Hanke

350 Millionen Euro Schaden soll Danone aus dem Skandal um mutmaßlich verseuchtes Milchpulver in Asien entstanden sein. Die Warnung des Zulieferers Fonterra stellte sich als falsch heraus – trotzdem klagt Danone jetzt.

Milchpulver der Danone-Marke Dumex in einem chinesischen Supermarktregal: „Schwere Versäumnisse seitens Fonterra“. Reuters

Milchpulver der Danone-Marke Dumex in einem chinesischen Supermarktregal: „Schwere Versäumnisse seitens Fonterra“.

ParisDanone zieht Konsequenzen aus dem Skandal um Milchpulver seines neuseeländischen Lieferanten Fonterra und verklagt ihn auf Schadensersatz. Im August vergangenen Jahres hatte Fonterra den französischen Multi mit dem Hinweis alarmiert, eine große Partie Milchpulver sei möglicherweise durch eine gesundheitsschädliche Bakterie verseucht. Daraufhin hatte Danone sein weiterverarbeitetes Lebensmittel in neun asiatischen Ländern vom Markt genommen.

Den Schaden, der daraus entstanden ist, schätzt Danone auf 350 Millionen Euro. Vor allem in China hatten die Produkte der Franzosen spürbar an Vertrauen eingebüßt. Danone musste seine Jahresziele kappen, weil der Umsatz mit Baby-Nahrung stärker zurückging als erwartet.

Die größten Milchverarbeiter Europas

Nestlé

Herkunftsland: Schweiz

Rechtsform: privat

Umsatz:21,2 Mrd. Euro

Danone

Herkunftsland: Frankreich

Rechtsform: privat

Umsatz:12,3 Mrd. Euro

Lactalis

Herkunftsland: Frankreich

Rechtsform: privat

Umsatz: 9,1 Mrd. Euro

Friesland-Campina

Herkunftsland: Niederlande

Rechtsform: Genossenschaft

Umsatz: 8,8 Mrd. Euro

Arla Foods

Herkunftsland: Dänemark / Schweden

Rechtsform: Genossenschaft

Umsatz: 6,9 Mrd. Euro

DMK

Herkunftsland: Deutschland

Rechtsform: Genossenschaft

Umsatz: 4,0 Mrd. Euro

Sodiaal

Herkunftsland: Frankreich

Rechtsform: Genossenschaft

Umsatz: 4,0 Mrd. Euro

Parmalat

Herkunftsland: Italien

Rechtsform: privat

Umsatz:3,9 Mrd. Euro

(Zahlen von 2010; Quelle: Rabobank)

In der Nacht zum Donnerstag gab der französische Multi bekannt, dass er Fonterra verklagt. Außerdem beende er den bestehenden Vertrag mit den Neuseeländern. Über die Höhe der Klagesumme machte das Unternehmen keine Angaben.

Zwar sei das Milchpulver nicht kontaminiert gewesen, doch zeige „die Affäre schwere Versäumnisse seitens Fonterra bei der Anwendung der Qualitätsstandards, die in der Lebensmittelindustrie gelten.“ Die Zusammenarbeit werde nur fortgesetzt, „wenn Fonterra volle Transparenz schafft und die besten Verfahren zur Gewährleistung von Lebensmittelsicherheit anwendet.“ Fonterra sieht keine gesetzliche Haftpflicht. Mit anderen Konzernen hat sich der Zulieferer außergerichtlich geeinigt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

mon_yburns@central.banktunnel.eu

09.01.2014, 12:28 Uhr

#Op: Samenraub!

Es geht nichts über EU-SUBVENTIONIERTE Muttermilch aus MASSENHALTUNG!

http://www.idealo.de/preisvergleich/ProductCategory/10374.html

http://central.banktunnel.eu/clementine-hospital-gebaermaschine.jpg

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×