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26.05.2011

14:41 Uhr

Logbuch 1.Tag

Die „Vasco da Gama“ sticht in See

VonFlorian Brückner

Handelsblatt Online sticht mit der „Vasco da Gama“ von Djibouti aus in See. Gegen Abend trifft die Fregatte im Operationsgebiet ein – und wird mitten im Golf von Aden bei Nacht betankt. Ein heikles Unternehmen.

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Vasco da Gama - tanken

Video: Vasco da Gama - tanken

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Die Sonne geht unter, als die „Vasco da Gama“ den Tanker auf hoher See im Golf von Aden erreicht. Steuerbords stampft die spanische Fregatte „ ESPS Canarias“ bereits neben der “USNS John F. Kaiser”, einem Versorger der US-Marine. Von Backbord schiebt sich Meter für Meter die „NRP Vasco da Gama im Schein der letzten Sonnenstrahlen des Tages heran – bis sie längsseits des Versorgers der amerikanischen Marine liegt. Schwere Wellen rollen zwischen den beiden Schiffen hindurch.  Der gefährlichste Einsatz des Tages kann beginnen: Die “Vasco da Gama” braucht neues Marinedieselöl.

Der Hubschrauber der Portugiesen kreist mit lautem Dröhnen um die drei Kriegsschiffe. Das Leuchten der Positionslichter bricht sich im tiefblauen Meer des Indischen Ozeans. Ein starker Wind ist aufgekommen und zerrt an den Planen an Deck der „Vasco da Gama“. Auf dem Unterdeck sind nur noch die weißen Schutzhelme und die neongelb leuchtenden Warnwesten der portugiesischen Crew zu sehen. Jetzt gilt es für João Folgado Bargado, den Ersten Offizier des Schiffes, und seine 20 Männer und Frauen an Deck.

Sie haben den Einsatz oft geübt, und auf ihrer Fahrt von Portugal ans Horn von Afrika hat die „Vasco da Gama“ auf hoher See auch bereits neuen Treibstoff aufgenommen. Aber es ist dunkel, es war ein langer erster Tag im Operationsgebiet und „eine Betankung auf See ist immer eine riskante Operation“, sagt Bargado. Er hat  hier an Deck das Kommando.

Er steht dicht hinter seinen Leuten – die auf den schweren Tankschlauch der Amerikaner warten. „Wer hier nicht aufpasst und sich genau an die Regeln hält, kann einen Arm verlieren – oder schlimmeres“, sagt Bargado. Die Kräfte, die an den Seilen zerren sind enorm. Bergado weiß, was passiert, sollte einer seiner Männer im schlimmsten Fall des Falles eines der Seile um den Arm gewickelt haben. Das darf nicht passieren. „Wenn das hier nicht gut geplant ist, würde das totale Chaos ausbrechen.“

An Bord des amerikanischen Frachters werden die gewaltigen schwarzen Schläuche in Bewegung gesetzt, die an großen Kränen hängen. Die gelben Schutzhelme der Seeleute glänzen im Scheinwerferlicht, während die Fregatten an beiden Seiten des US-Schiffes fast völlig im Dunkeln liegen. Dieses Manöver ist Teil einer Militäroperation. Hier sind die Gewässer, in denen noch vor wenigen Monaten Piraten wieder und wieder Handelsschiffe kaperten. Deswegen sind die drei Schiffe hier.

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