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30.05.2011

14:49 Uhr

Logbuch 5. Tag

Eine Fregatte kämpft gegen das warme Meer

VonFlorian Brückner

Das Meer im Golf von Aden stellt die Fregatte "Vasco da Gama" vor ganz neue Probleme - es ist einfach zu warm, die Klimaanlage fällt aus. Ein echtes Problem für das Kriegsschiff.

Korvettenkapitän João Fidalgo Neves ist mit seiner Abteilung für die Wartung der Waffen, wie das Flugabwehrsystem "Sea Sparrow" zuständig - und überall ist das sehr warme Meerwasser ein echtes Problem. Quelle: Florian Brückner / Handelsblatt Online

Korvettenkapitän João Fidalgo Neves ist mit seiner Abteilung für die Wartung der Waffen, wie das Flugabwehrsystem "Sea Sparrow" zuständig - und überall ist das sehr warme Meerwasser ein echtes Problem.

Die See glitzert so hell in der Mittagssonne, dass es in den Augen weh tut. Keine Wolke am Himmel, keine Piraten in Sicht. Leichte Schaumkronen kräuseln sich am Bug der „NRP Vasco da Gama“. Fliegende Fische springen aus dem Wasser, breiten ihre Flügel aus, bis sie nach ein zwei Metern in der Luft wieder im Wasser verschwinden. Aber Korvettenkapitän João Fidalgo Neves kann dem Meer im Moment nichts Positives abgewinnen.

Schweißperlen stehen auf der Stirn des waffentechnischen Offiziers, als er auf dem Oberdeck in Richtung des dreidimensionalen Radars blinzelt. Das Gerät geht nicht mehr. Ein Elektronikbauteil ist kaputt. Aber mehr Sorgen bereitet Neves das Meer. Es ist zu warm. „Die Wassertemperatur liegt bei 29 bis 30 Grad“, sagt Neves. Vor der Küste Portugals sei das Wasser zwischen 15 und 20 Grad warm. Der Golf von Aden hingegen ist einzige große Badewanne.

Und da das Meerwasser über die Klimaanlagen zum Kühlen der technischen Anlagen eingesetzt wird, ist das ein echtes Problem. „Mit diesem Wasser lässt sich im Moment eigentlich gar nichts kühlen“, sagt Neves und lacht gequält. Irgendwann schaffen es die Kompressoren der Klimaanlage nicht mehr. Erst fällt die Air Condition aus, dann die Geräte. Ohne Kühlung geht nichts.

Gemeinsam mit seinen 27 Technikern versucht Neves Kommunikationssysteme und Waffen am Laufen zu halten – selbst wenn die Außentemperatur wie jetzt auf 35 Grad steigt. Vom 100 Millimeter Bordgeschütz bis hin zum Radar, fast alles muss gekühlt werden. Dass die „Vasco da Gama“ bereits 20 Jahre auf dem Buckel hat, macht Neves die Arbeit nicht leichter.

„All diese Systeme an Bord laufen ideal bis zu einer maximalen Wassertemperatur von 27 Grad“, sagt Neves als er sich vom Radar Richtung Heck aufmacht. Mehr geht auch, aber dann kommt es zu Fehlern.

Als der kalte Krieg vorbei, die Berliner Mauer gefallen war und mit dem Bau der „Vasco da Gama“ begonnen wurde, gehörte der Golf von Aden noch nicht zum möglichen Einsatzgebiet einer portugiesischen Fregatte. „Die Temperatur ist hier im Golf von Aden ein kritischer Faktor“, sagt Neves, während er ein Reparatur-Team an der Gatling-Kanone erreicht hat. „Der macht es uns schwer, in dieser Region zu arbeiten“.

Vasco da Gama Tagebuch_5

Video: Vasco da Gama Tagebuch_5

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Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.05.2011, 16:40 Uhr

Ob die Piraten das Handelsblatt lesen?
Es ist durchaus möglich, daß bei derartigen Ausfällen die Vasco da Gama noch geentert wird.

Nachwuchs

30.05.2011, 20:31 Uhr

Und da dachte ich: nur die Bundesbahn hat etwas gegen etwas höhere Temperaturen. Atomstrom zur Kühlung fällt ja jetzt aus.

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