Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2012

21:26 Uhr

Logistik

Boom trotz Fachkräftemangel

Die Logistikbranche wächst: Etwa 50.000 Stellen wollen die Transporteure in diesem Jahr schaffen. Auch die Gehälter sollen um mehr als drei Prozent steigen. Ein Problem ist aber der Fachkräftemangel.

In der Logistikbranche sollen 2012 etwa 50.000 neue Jobs entstehen. dpa

In der Logistikbranche sollen 2012 etwa 50.000 neue Jobs entstehen.

HamburgDeutschlands Logistikkonzerne werfen den Jobmotor an. Nach einer Branchenbefragung der Bundesvereinigung Logistik (BVL), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, wollen die Transporteure im laufenden Jahr zusätzlich 50000 Stellen schaffen. Die Branche, die landesweit 2,8 Millionen Menschen beschäftigt, befindet sich nach dem Einbruch 2008 wieder auf dem Wachstumspfad. Von den 207 befragten Unternehmen sagten 90 Prozent, das Geschäft entwickele sich positiv.

Auf die Beschäftigungszahlen der arbeitsintensiven Branche hat dies direkte Auswirkungen. So kündigte die Deutsche Bahn schon vor wenigen Wochen an, bis 2013 rund 10000 zusätzliche Stellen zu schaffen. Verglichen mit den früheren Planungen, ergibt sich sogar ein Plus von fast 15000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, wie Konzernunterlagen zeigen. Seit der Bahnreform 1994 waren die Beschäftigtenzahlen des Staatsunternehmens kontinuierlich gesunken.

Auch Deutschlands größte familiengeführte Spedition, Dachser, will die Belegschaft ausbauen. In der Sparte Luft- und Seefracht, wo heute 2768 Beschäftigte arbeiten, sollen es in fünf Jahren 5000 sein.

Mehr als die Hälfte der vom BVL befragten Unternehmen hat Probleme, offene Stellen zu besetzen. Nach Berichten von Personalberatern erhielten Logistikfirmen noch vor wenigen Jahren 100 bis 150 Bewerbungen auf eine Stelle. Heute gingen zum Teil weniger als zehn Bewerbungen ein, selbst in der Ebene des unteren und mittleren Managements. Gut 50 Prozent der befragten Firmen wollen daher in den nächsten zwölf Monaten die Gehälter um mehr als drei Prozent anheben.

Dennoch beklagen 57 Prozent der Befragten das Fehlen von IT-Fachleuten, Ingenieuren und Betriebswirten. Aber auch Mitarbeiter mit nicht-akademischer Ausbildung sind Mangelware: 17 Prozent der Unternehmen sind auf der Suche nach Fachkräften mit kaufmännischer Ausbildung, elf Prozent benötigen Unterstützung in der physischen Logistik, etwa als Lagerist oder Lkw-Fahrer, von denen derzeit in Deutschland rund 20000 fehlen.


Von

cs

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

nurIch

18.04.2012, 21:46 Uhr

Nachfolgend einige Tips gegen den Fachkräftemangel: Älteren eine Chance geben und besser Entlohnen.
Ist doch gar nicht so schwer!

Account gelöscht!

18.04.2012, 22:59 Uhr

Ich kann dazu nur sagen: Erweitert euren Suchradius auf Europa.

Manchmal kommt es mir vor als ob die ganzen "deutschen" KMUs und Großkonzerne immer noch kapiert haben, dass seit Jahrzehnten in D keine Sau MINT Fächer studiert, die ganzen "Alten" (die mal in den 60er/70er jung waren) nun in Rente sind, und insgesamt weniger Kinder/Jugendliche da sind (Der Kuche wird seit Jahren kleiner). Über Demographie labern und die Konsequenzen darausziehen scheien wohl unterschiedliche Dinge zu sein. Das muss man halt mal in Personalkosten denken - Angebot & Nachfrage. Das ist Gift für die Logistik, deren Natur es ist ständig kosteneffizienter zu werden und sich selbst zu rationalisieren.
Diese ganzen "deutschen" Logistikfirmen sollten einfach ihren Suchradius auf Europa erweitern. Wenn man höchst-wählerisch den deutschelnden Arbeitnehmer haben will (Am besten einer der den regionalen Dialekt drauf hat), dann hat man den EU-Binnenmarkt auch nur halb kapiert. Die Rummotzerei die durch das Sprachrohr BVL kommuniziert wird, ist einfach nur jämmerliche Kleindenkerei.

Eigentlich gilt das für fast alle Verbände, die über Fachkräftmängel sich beschweren.

Account gelöscht!

26.04.2012, 22:05 Uhr

Lonh zahlen, und schon gibts Arbeitskräfte!

Wir haben viele Millionen prekär Beschäftigte. Im Anschlußgebiet wird für 5-8 Euro 40 Stunden gearbeitet, bei Krank sofortige Entlassung. Jahresurlaub das Gleiche. Sklavenhändler sind dort eben so.Und da findet die Logistikbranche keine Fachkräfte? Lachhaft!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×