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09.05.2011

08:48 Uhr

Logistik-Branche

Spediteure auf dem Öko-Trip

VonEberhard Krummheuer

Das Transportgewerbe will den Kunden "grüne" Alternativen bieten. Der Bahn-Konzern DB-Schenker sieht sich als Pionier und will unter anderem bei Luft- und Seeverkehr CO2 einsparen.

Containerverladung: Terminal mit DB Schenker. Quelle: DB Systel GmbH

Containerverladung: Terminal mit DB Schenker.

Frankfurt

Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik im Bahn-Konzern und damit Chef der Sparte DB Schenker, hat seine Ideen im Supermarkt um die Ecke abgeschaut. "Im Regal stehen gute Standardprodukte und daneben, meist ein wenig teurer, die ökologischere Alternative. So wollen wir es auch machen, überall in unserem internationalen Netzwerk mit Lkw, Güterbahn, Schiff und Flugzeug."

Unter "Eco Solutions" offeriert DB Schenker weltweit Transport- und Logistikdienstleistungen, die den Klimakiller Kohlendioxid - gegen Aufpreis - begrenzen. So bietet der Konzern seinen Kunden beispielsweise an, Gütertransporte per Bahn innerhalb Deutschlands CO2-frei abzuwickeln, in dem die Züge komplett mit regenerativem Strom fahren.

"Viele Unternehmen haben ihre Produktion inzwischen energieeffizient und umweltschonend organisiert. Jetzt ist die Logistik dran. Gerade im Verkehrssektor gibt es viel zu tun, um die Transportabläufe ökologischer zu gestalten", sagte Rausch dem Handelsblatt. Ab morgen präsentiert der Bahn-Konzern seine Ökolösungen auf der Fachmesse Transport Logistics in München.

Die Schau steht im Zeichen des Schlagworts "Green Logistics". "Es war auch höchste Zeit, dass die Branche sich konsequent positioniert", meint Dieter Schneiderbauer, Verkehrsexperte von Booz & Company. In der Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 sei das Thema naturgemäß in den Hintergrund getreten. Umso wichtiger sei es jetzt, angesichts der hohen ökologischen Belastungen durch den Verkehr für umweltfreundlichere Lösungen zu sorgen. Über den reinen Transport hinaus sollten die Logistikketten unter den Aspekten Energieeffizienz und CO2-Ausstoß optimiert werden.

An diesem Punkt setzt DB Schenker gleichfalls an. "Natürlich geht es in erster Linie darum, so viele Transporte wie möglich auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern", sagte Rausch. Es gebe zwar erst vier Großkunden für den CO2-freien Gütertransport innerhalb Deutschlands, doch die Nachfrage steige. Die Bahn habe Zugriff auf ein Kontingent erneuerbarer Energie aus Wasser- und Windkraft und unterstütze mit zehn Prozent der aus den Ökotouren erzielten Umsätze die Finanzierung von Projekten zur umweltfreundlichen Produktion von Strom.

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