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18.02.2013

19:29 Uhr

Logistik

Hermes will exakter liefern

VonMark C. Schneider

ExklusivVergebliche Zustellversuche verhageln den Logistikunternehmen die Bilanzen. Darum will der Paketservice Hermes künftig auf individueller auf die Kunden eingehen - und häufiger nach Feierabend zustellen.

Ein Hermes-Mitarbeiter beim Scannen eines Pakets. Hermes

Ein Hermes-Mitarbeiter beim Scannen eines Pakets.

HamburgImmer mehr Kunden kaufen im Internet ein. Waren im Wert von 27,6 Milliarden Euro orderten die Deutschen 2012 im Netz – ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Branche hat ein Problem, das sie dringend lösen muss: So gern die Kunden im Internet bestellen, so wenig sind sie dauernd zu Hause erreichbar, um die Pakete zu empfangen. Für den Paketdienst erhöhen vergebliche Zustellversuche die Kosten.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Verbrauchern einen Weg zu finden, dass sie ihr Paket bekommen, wann und wohin sie es haben wollen“, sagte Hanjo Schneider, Chef des Logistikunternehmens Hermes und Service-Vorstand des Mutterkonzerns Otto-Gruppe, dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Der Weg dorthin erfordert mehr Wissen, Hermes benötigt ein Datenprofil der Empfänger. Darüber erfährt das Unternehmen dann etwa, dass die Zusteller Herrn Müller samstags nicht zu Hause, sondern in seinem Wochenendhaus an der Ostsee antreffen.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

Doch das reicht nicht, Hermes, ein Konkurrent der Deutschen Post/DHL, muss den Kunden zudem klarer sagen, wann die Sendungen kommen. „In Zukunft werden wir zeitlich enger eingrenzen können, wann wir zustellen. Die Toleranz soll maximal ein bis zwei Stunden betragen“, verspricht Schneider. „Zudem werden wir verstärkt nach Feierabend zustellen.“ Starten wird Hermes mit dem neuen Service kommendes Jahr, testweise zuerst in Ballungsgebieten.

Kommentare (14)

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Gast

18.02.2013, 19:46 Uhr

Da freut sich der Leih-/Zeit-Angestellte. Und Amazon steht im Feuer? Lächerlich.

Leibeigener-Sklavenpaketdienst

18.02.2013, 20:15 Uhr

Darum will der Paketservice Hermes künftig auf individueller auf die Kunden eingehen - und häufiger nach Feierabend zustellen.
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Mir wäre es persönlich viel lieber, wenn die mal zügiger zustellen würden. Bei DHL gebe ich heute ein Päckchen oder Paket auf und es ist am nächsten Tag beim Empfänger.
Bei Hermes gebe ich ein Paket auf und es ist mit viel Glück nach 3-4 Tagen beim Empfänger.
Preislich liegen beide Versender fast gleichauf.
Bei der zulässigen Paketgröße ist DHL sogar günstiger.
Ich verschicke wenn möglich alles mittlerweile über DHL, weil's einfach viel schneller ankommt.
Auch unterstütze ich keine Firmen mehr, die ihre eigenen Mitarbeiter (bei Hermes oft Subunternehmer) zur Gewinnmaximierung ausbeuten. Selbst die Auslieferautos müssen zum Teil von den Mitarbeitern selbst gestellt werden. Nee, mit so einem Unternehmen mache ich keine Geschäfte mehr!

Gast

18.02.2013, 20:26 Uhr

DHL hat ebenfalls "Subunternehmer". DPD ist, soweit ich mich entsinne, in sachen Leih-,Sub-,wie auch immer Ausgenutzten mit nur 10% am geringsten belastend.

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