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15.08.2012

18:08 Uhr

Logistikbranche

Verband fordert Lang-Lkw und Pkw-Maut

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen fordert mehr Offenheit für die Einführung der Lang-Lkw. Nur so könne Deutschland wettbewerbsfähig bleiben. Umwelt- und Verkehrsverbände sind anderer Meinung.

Ein überlanger Lkw (l.), ein sogenannter Gigaliner, eines Logistikunternehmens bei Krefeld auf der Autobahn 44. dapd

Ein überlanger Lkw (l.), ein sogenannter Gigaliner, eines Logistikunternehmens bei Krefeld auf der Autobahn 44.

BerlinDie Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands könnte durch die Beteiligung der Bundesländer am Feldversuch mit Lang-Lkw auf der Strecke bleiben. Diese Gefahr sieht der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Aufgrund der ausbleibenden Mitwirkung der Mehrheit der Bundesländer würden viele Spediteure nicht mitziehen. „Wer sich in Deutschland gegen den Lang-Lkw entscheidet, der hält am Status quo fest und verhindert entscheidende Innovationen“, sagte der Vorsitzende des BGA-Verkehrsausschusses, Gerhard Riemann am Mittwoch in Berlin.

Auch die von Umweltverbänden und Automobilclubs geforderte Ausweitung der Lkw-Maut auf alle deutschen Fernstraßen stößt beim BGA auf Ablehnung. Die Maut sei „eine rein aus der Haushaltsnot geborene Idee“, sagte Riemann. Der Bund rechnet mit Maut-Einnahmen von insgesamt 4,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Aus Sicht des BGA hilft die Maut nicht bei Aufrechterhaltung des Straßennetzes. Stattdessen trügen in „wirtschaftlich schweren Zeiten“ in erster Linie die Spediteure die Hauptlast. Das schade dem gesamten Logistikstandort Deutschland. Bereits jetzt zeichne sich ab, „dass die Kosten an den Auftraggeber und den Endverbraucher weitergeben würden“, sagte Riemann.

Auch sei es „schon merkwürdig, wenn die SPD und die Automobilclubs nun fordern, die Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen auszudehnen, hierbei aber kein Wort über die längst überfällige Pkw-Maut im Rahmen des Finanzierungskreislaufes 'Straße finanziert Straße' verlieren“.

Kritik, die der Autoclub Europa (ACE) nicht teilt. Auf dapd-Anfrage bekräftigte der Automobilclub am Mittwoch seine Ablehnung gegenüber der Pkw-Maut und forderte eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Fernstraßen. Hintergrund sei die durch eine Studie belegte Tatsache, „dass Lkw die Straßen 10.000 Mal mehr belasten als Pkw“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Mittwoch in Stuttgart.

Kommentare (1)

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Wasi

18.04.2013, 22:40 Uhr

Ich halte die Richtlinienänderung für Gewicht und Länge von LKWs für sehr sinnvoll und notwendig. Dadurch kann auch an der Aerodynamik von LKWs gearbeitet werden. Mit der neuen Bauweise könnten die Nutzfahrzeuge 7 bis 10 Prozent Treibstoff einsparen und somit auch weniger Kohlendioxid ausstoßen. Bei einer jährlichen Strecke von 100.000 Kilometern könnten so rund 5.000 Euro Kraftstoffkosten eingespart werden. (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/lkw-sollen-laenger-werden/ )
So kann Kraftstoff gespart werden, ohne die Straßen durch ein höheres Ladevolumen zu belasten.

Gruß,
W.

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