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24.04.2014

17:02 Uhr

Logistiker

UPS leidet unter strengem Winter

Wie seinen Konkurrenten im Logistik-Bereich hat auch UPS der harsche Winter in den USA zu schaffen gemacht. Der Gewinn im ersten Quartal sank im Vergleich zum Vorjahr. Grundsätzlich sollen die Geschäfte aber gut laufen.

Wie die gesamte US-Wirtschaft hat auch UPS unter dem harten Winter in Nordamerika gelitten. dapd

Wie die gesamte US-Wirtschaft hat auch UPS unter dem harten Winter in Nordamerika gelitten.

AtlantaSchnee und Eiseskälte in Nordamerika haben dem Post-Rivalen UPS zu schaffen gemacht. Der Gewinn im ersten Quartal fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf unterm Strich 911 Millionen Dollar (659 Millionen Euro). Den Umsatz konnte der US-Konzern dank eines gutlaufenden internationalen Paketgeschäfts noch um 3 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar steigern.

„Ein guter Teil der US-Wirtschaft hat unter den schwierigen Wetterbedingungen gelitten“, erklärte Firmenchef Scott Davis am Donnerstag am Sitz in Atlanta. Bereits der heimische Rivale FedEx hatte über den strengen Winter geklagt. UPS geht in der Folge davon aus, beim Jahresgewinn nur sein Minimalziel zu erreichen. Vorbörslich fiel die Aktie um 2 Prozent.

5 Szenarien für die Zukunft der Logistik

1 - Zügelloses Wachstum

Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, bleibt es bei einem zügellosen Wachstum. Das stärkt zwar die Nachfrage nach Transport- und Logistikleistungen, der Klimawandel aber führt zu häufigeren Naturkatastrophen. Zudem führen die knapper werdenden Energieressourcen dazu, dass sich die Gewinnmargen verringern.

2 - Effiziente Mega-Citys

Schon jetzt zeichnet sich ab, wo ein Großteil der Wertschöpfung im Jahre 2050 stattfinden könnte: in gut organisierten Mega-Citys. Während hier hocheffiziente Verkehrssysteme installiert werden, verpassen die ländlichen Regionen den Anschluss. Zunächst kostet dies die Logistikanbieter Teile des Geschäfts. Gleichzeitig könnten aber neue Aufgaben hinzukommen: Konzerne wie DHL kämen dann womöglich auch bei der Versorgung von Krankenhäusern,  Flughäfen oder Einkaufszentren zum Zuge.

3 - Individualismus

Den Zukunftsforschern zufolge werden die Konsumenten im Jahr 2050 eigene Produkte erfinden, gestalten und entwickeln. Möglich macht dies ein 3-D-Drucker, der bereits beim Raumfahrtkonzern EADS erfolgreich getestet wurde: Allein aus einem Polyester-Granulat schaffte es dort ein computergesteuertes Laserstrahlgerät, ein komplettes Fahrrad zu formen. Sollte sich die Technik durchsetzen, könnte – vor allem in der Ersatzteillogistik – allein noch der Transport von Rohstoffen gefragt sein.

4 - Protektionismus

Kommt es zum Stopp der Globalisierung, weil mächtige Länder ihre Volkswirtschaften vor Wettbewerb schützen, verliert vor allem die Seefracht an Bedeutung. Die Lieferketten werden zudem kürzer, wodurch die Logistikindustrie massiv an Umsatz verliert.

5 - Widerstandsfähigkeit

Um Störungen vorzubeugen, die der Klimawandel in Form von Wetterkatastrophen hervorruft, könnte schon bald der Ruf nach höheren Reservekapazitäten laut werden. Umfangreiche Läger rückten dann an die Stelle von „Just-in-Time“-Lieferungen. Eine leistungsstarke „Reserve-Infrastruktur“ kostet aber nicht nur viel Geld. Sie macht auch viele Logistikanbieter arbeitslos.

Grundsätzlich laufe das Geschäft aber gut, sagte Finanzchef Kurt Kuehn. Im Vorjahr hatte UPS noch über eine schwächelnde US-Industrie berichtet sowie über Kunden, die lieber zu günstigeren Versandarten greifen. Im Laufe des Jahres hatte sich die Stimmung aufgehellt - bis der erste Schnee fiel. Die Geschäftslage von Logistikfirmen gilt als Konjunkturbarometer, weil sie für alle Branchen und für Privatleute arbeiten.

Von

dpa

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