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14.05.2013

10:44 Uhr

Logistikkonzern

HHLA steigert Gewinn deutlich

Der Anstieg des Warenverkehrs nach Osteuropa und mit China haben dem Hafenkonzern HHLA zu mehr Gewinn verholfen. Das Ergebnis fiel besser aus als von Analysten erwartet. Das Management bleibt optimistisch.

Containerterminal im Hamburger Hafen. Die Zahl der verschifften Container stieg um fünf Prozent. dpa

Containerterminal im Hamburger Hafen. Die Zahl der verschifften Container stieg um fünf Prozent.

HamburgEin Anstieg des wichtigen Warenverkehrs mit China und eine kräftige Zunahme der Transporte nach Osteuropa haben den Gewinn der HHLA angekurbelt. Der Betriebsgewinn des börsennotierten Kerngeschäfts des Hamburger Hafen- und Logistikkonzerns kletterte zu Jahresbeginn um zehn Prozent auf knapp 35 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Dadurch sah sich der Vorstand am Dienstag in seinen Zielen für das Gesamtjahr bestärkt: "Die deutlichen Mengensteigerungen in unseren Kerngeschäftsfeldern und die Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr sind beachtlich - gerade weil wir weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben", zog Vorstandschef Klaus-Dieter Peters Zwischenbilanz.

Die Zahl der an den Kaimauern in Hamburg und Odessa bewegten Container kletterte in den ersten drei Monaten um fünf Prozent auf 1,8 Millionen Einheiten. Dazu habe vor allem ein Anstieg des Asienverkehrs und der Zubringerdienste (Feeder) in den Ostseeraum beigetragen, erläuterte das Management. Auch an den Terminals in Odessa seien mehr Boxen umgeschlagen worden.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

Besonders stark legte der Hinterlandverkehr nach Osteuropa zu: Zu der Steigerung des Transportvolumens um ein Fünftel hätten vor allem die neuen Verbindungen nach Österreich und innerhalb Deutschlands sowie zu den polnischen Ostseehäfen gesorgt. Allerdings sank sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis der Intermodal-Sparte, weil die HHLA-Töchter wegen des schärferen Wettbewerbs in Polen Preise senken mussten. Zudem schlugen Sanierungskosten bei der Tochter Polzug und Anlaufkosten für die neuen Verbindungen zu Buche. Der Konzernumsatz sank um knapp drei Prozent auf 279 Millionen Euro, weil die TFG Transfracht nicht mehr der HHLA gehört.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand die Prognose. Demnach soll der Konzernumsatz zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro liegen. Für das operative Ergebnis erwartet die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) einen Wert zwischen 155 und 175 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Betriebsgewinn bei 186 Millionen Euro gelegen. Der Rückgang kommt zustande, weil die HHLA nicht erneut einen Einmalertrag aus dem Verkauf der Transfracht-Anteile an die Deutsche Bahn verbuchen kann. Im Vorjahr waren das 17,6 Millionen.

Von

rtr

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