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05.03.2013

15:36 Uhr

Logistikkonzern

Paketschwemme beglückt Deutsche Post

VonAndreas Dörnfelder

Der boomende Internethandel beflügelt die Paket-Sparte und erfreut Vorstandschef Frank Appel. Im Briefgeschäft läuft es dagegen weiter bescheiden. Und das hat nicht mit der nachlässigen Porto-Kontrolle zu tun.

Deutsche Post im Aufwind

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BonnDrei Cent wiegen manchmal schwer. So schwer, dass Post-Vorstandschef Frank Appel an die Bürgerpflicht erinnern muss. „Grundsätzlich sind alle Bürger verpflichtet, das volle Porto zu zahlen. Wir müssen das Porto erheben und werden das auch konsequent tun“, betonte er bei der Bilanzpressekonferenz des Logistikkonzerns am Dienstag in Bonn.

Zuvor war er mit dem Ergebnis eines Versuchs konfrontiert worden. Anlässlich der jüngsten Briefporto-Erhöhung hatte Handelsblatt Online Mitte Februar knapp 300 Briefe verschicken lassen. Anstelle der neuerdings geforderten 58 Cent waren aber nur alte Marken im Wert von 55 Cent aufgeklebt. 99 Prozent der unterfrankierten Briefe kamen an. Die Post drückte offenbar ein Auge zu. „Es mag vom Zusteller abhängen, ob der vielleicht freundlich ist“, erklärte Appel das Ergebnis.

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Erstmals seit 15 Jahren erhöhte die Post das Porto. Doch schaut der Konzern genau hin?

Zu seiner Bilanz für 2012 gab es wenig Klärungsbedarf. Zu gut waren die Zahlen. Vor Zinsen und Steuern verdiente die Post 2012 knapp 2,7 Milliarden Euro – neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 5,1 Prozent auf 55,5 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 1,66 Milliarden Euro. Die Post-Aktie legte bis zum Mittag um knapp fünf Prozent zu. „Wir haben geliefert, was wir versprochen haben“, sagte Appel.

Die Anteilseigner der Post können in den kommenden Jahren bei höheren Gewinnen auf steigende Dividenden hoffen. Die Aktionäre könnten auf Fortschritte bei der Dividende setzen, wenn die Post entsprechend ihren Mittelfrist-Zielen vorankomme, sagte Finanzchef Larry Rosen vor Analysten. Rosen und Post-Chef Frank Appel hatten für 2012 eine unveränderte Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie angekündigt.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

Mit dem Briefporto will es der gelbe Riese künftig ernst nehmen. Schließlich hofft die Post in diesem Jahr auf Mehreinnahmen von bis zu 100 Millionen Euro. Das Geld kann die Briefsparte gut gebrauchen. Denn wegen der zunehmenden Online-Kommunikation geht der Umsatz im traditionellen Briefsegment kontinuierlich zurück. Allein 340 Millionen Euro verlor die Post im vergangenen Jahr.

Dass die Briefsparte des Konzerns am Dienstag trotzdem nur einen leichten Umsatzrückgang vermeldete, verdankt die Post dem boomenden Internethandel von Ebay, Amazon, Zalando und Co. Jeden vierten Euro, den der gelbe Riese seiner Briefsparte zurechnet, macht der Konzern inzwischen mit Pakten oder Päckchen. 2012 stieg die Zahl der Sendungen um zehn Prozent auf fast eine Milliarde Stück. „An manchen Tagen haben wir mehr als sieben Millionen Pakete zugestellt. Das heißt jeder sechste Haushalt in Deutschland hat ein Paket bekommen“, sagte der Vorstandschef.

Die höchste Gewinnmarge erzielt sein Unternehmen mittlerweile mit Express-Lieferungen. Diese brachten 2012 erstmals mehr Gewinn als das Briefsegment. Doch das traditionelle Geschäft soll den Bonnern auch in den kommenden Jahren Milliardenüberschüsse bescheren. Egal ob ein Standardbrief nun 55 Cent kostet oder 58.

"7 Millionen Pakete an einem Tag"

Video: "7 Millionen Pakete an einem Tag"

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Kommentare (1)

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05.03.2013, 15:26 Uhr

Des Einen Leid, des Anderen Freud. DHL gewinnt, der stationäre Einzelhandel verliert. Das nennt man Umverteilung.

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