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13.01.2014

15:13 Uhr

Logistikkonzern

Post will der Konkurrenz Marktanteile abjagen

Die Deutsche Post will weiter wachsen. Der Logistikriese rechnet im kommenden Jahr mit einer deutlichen Gewinnsteigerung. Dafür profitiert die Post von einem deutschen Trend, greift aber gleichzeitig die Konkurrenz an.

Ein DHL-Mitarbieter  sortiert Pakete in einer Zustellbasis der Deutschen Post. Der Logistikriese rechnet mit weiterem Wachstum auf dem Paketmarkt. dpa

Ein DHL-Mitarbieter sortiert Pakete in einer Zustellbasis der Deutschen Post. Der Logistikriese rechnet mit weiterem Wachstum auf dem Paketmarkt.

DüsseldorfDie Deutsche Post geht optimistisch in das Jahr 2014 und will ihren Wettbewerbern Marktanteile abjagen. Der Konzern blicke „zuversichtlich nach vorne“, erklärte Finanzchef Larry Rosen nach Unternehmensangaben anlässlich einer Investorenkonferenz am Montag in New York: „Auch 2014 haben wir alle Möglichkeiten, unsere Position als weltweit führender Post- und Logistikkonzern weiter ausbauen zu können.“ Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wagte Rosen indes noch nicht. Der Konzern sehe für 2014 aber weder enorme konjunkturelle Verbesserungen noch größere Risiken.

Die Post sei auf „einem sehr guten Weg“, im Jahr 2015 das Mittelfrist-Ziel eines operativen Gewinns (Ebit) von 3,35 bis 3,55 Milliarden Euro zu erreichen. Im vergangenen Jahr lautete das Ebit-Ziel 2,75 bis drei Milliarden Euro. Dieses dürfte der Bonner Konzern erreicht haben: Die Prognose habe sich auch nach dem Jahresende nicht geändert, betonte Rosen.

Stärken und Schwächen Deutsche Post

Stärke: Profitabilität

Alle Sparten der Deutschen Posten arbeiten profitabel. Für 2013 rechnet Konzern-Chef Appelt mit einem Gewinn von 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro. Besonders stark ist das Briefgeschäft, das 2012 gut ein Drittel am Gewinn ausmachte.

Stärke: Monopol-Stellung im Briefmarkt

Die Post hält 90 Prozent Marktanteil im deutschen Briefgeschäft. Damit ist sie unangefochten die Nummer eins. Das Briefgeschäft soll 2013 zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro Gewinn abwerfen.

Stärke: Paket-Geschäft

Die Post ist zwar Marktführer im Briefgeschäft, doch da immer mehr Privat- und Geschäftsleute die elektronische Kommunikation per E-Mail vorziehen, schrumpft der Markt für Papierbriefe seit 2000 stetig. Dafür läuft das Geschäft mit der Paketzustellung dank Internethandel umso besser. Millionen von Kunden bestellen Päckchen online – und schicken sie deutlich öfter als den Versandhändlern lieb ist wieder zurück.

Schwäche: E-Postbrief

Um der Abwanderung der Briefkunden ins Internet nicht tatenlos zuzusehen, startete die Deutsche Post im November 2010 den „E-Postbrief“ - eine rechtsverbindliche, vertrauliche und sichere Form der E-Mail, für die Nutzer 55 Cent pro Sendung zahlen sollen. Der E-Postbrief lässt sich außerdem ausdrucken und per Briefträger zustellen. Bislang nutzen ihn rund eine Millionen Privatkunden, 4000 Mittelständler und 150 Großkunden - deutlich weniger erhofft.
Auch beim elektronischen Briefverkehr der Bundesbehörden kam die Post nicht zum Zug. Diese elektronische Nachrichten müssen nach dem De-Mail-Standard verschlüsselt sein, den die Deutsche Telekom und 1&1 anbieten.

Schwäche: Cashflow

Obwohl die Post 2012 deutlich mehr Gewinn machte als im Vorjahr, wuchs die Nettoverschuldung auf rund zwei Milliarden Euro. Der Grund: Die Post musste Pensionsverbindlichkeiten von rund zwei Milliarden Euro finanzieren. Hinzu kam eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhen von 482 Millionen Euro sowie eine Beihilferückforderung von rund 300 Millionen Euro. Die Beihilfen hatte der Staat nach der Post-Privatisierung für Beamtenpensionen gewährt, doch die EU-Kommission hielt sie für zu hoch.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Post ihren Cashflow gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich verbessert. Er stieg von -767 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 auf 99 Millionen Euro in 2013. Die Nettoverschuldung ist allerdings auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen.

Schwäche: Teilweise ungedeckte Pensionsverpflichtungen

14,7 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen kommen auf die Post zu, mehr als 2,5 Milliarden Euro sind nicht gedeckt. Das heißt diese Summe ist weder in der Bilanz erfasst noch durch externes Fondsvermögen abgedeckt.

Schwäche: Hohe Konzernkosten

Rund 400 Millionen Euro kosten den Konzern sein Headquarter jährlich. Analysten halten die hohen Kosten für eine Erbschaft des ehemaligen Staatsunternehmens, das einst von Beamten geführt wurde. Zum Vergleich: Der Logistikkonzern Kühne + Nagel begnügte sich mit Verwaltungsaufwendungen von rund 110 Millionen Euro.

Chance: Einstieg im Fernreise-Markt

Zusammen mit dem ADAC startete die Post am 1. November 2013 den ADAC Postbus. Das neue Fernbusangebot soll schrittweise zu einem deutschlandweiten Netz ausgebaut werden. Bis zum Frühjahr 2014 will die gemeinsame Betreibergesellschaft rund 60 Fernbusse einsetzen und 30 deutsche Städte anfahren. Tickets gibt es über das Internet und in 5000 Postfilialen und ADAC-Geschäftsstellen.

Quelle: WiWo.de

Rückenwind auf dem Weg zum Erreichen des Jahresziels sollte der Post auch das Weihnachtsgeschäft gegeben haben. Der Konzern profitierte dabei auch vom Boom des Internet-Handels in Deutschland. Kunden bestellen Waren bei Online-Händlern wie Amazon, die Post liefert diese dann aus. „Wir sind weiter kräftig gewachsen, nicht zuletzt dank des anhalten E-Commerce-Booms“, bilanzierte Rosen mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft. Das Paketvolumen habe wie erwartet „weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau“ gelegen. Durch das Wachstum entstünden auch Arbeitsplätze: Die Post habe jüngst rund 5000 unbefristete neue Stellen in Deutschland geschaffen. Denn die Post erwartet kein Ende des Wachstums: „Der Paketmarkt hierzulande dürfte in den nächsten Jahren um jährlich fünf bis sieben Prozent wachsen“, erklärte Rosen.

Die Post will zudem weiter aus eigener Kraft zulegen. Der Konzern plane weiter keine größeren Übernahmen, stellte Rosen erneut klar. Im Express-Geschäft sei der Konzern mit seinem internationalen Zustellnetz etwa in zahlreichen Wachstumsregionen Asiens Marktführer.

Von

rtr

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