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15.05.2012

06:21 Uhr

„Lohnwucher“

Die verborgene Seite des Rossmann-Reiches

VonMassimo Bognanni

Rossmann droht der „Schlecker-Effekt“. Denn nicht alles an der Drogeriemarktkette ist so makellos, wie es aussieht. Statt auf Stammpersonal setzt Chef Dirk Roßmann auf billige Arbeitskräfte ausländischer Subunternehmen.

Eine Filiale der Drogeriekette Rossmann. dpa

Eine Filiale der Drogeriekette Rossmann.

DüsseldorfJeder soll sie sehen, die heile Rossmann-Welt. In großen roten Buchstaben prangt der Firmenname über den hellen Eingangsbereichen der 1 612 deutschen Filialen. Täglich kaufen hier 1,2 Millionen Menschen ein. Durch die Pleite des schlecht beleumundeten Konkurrenten Schlecker sollen es noch mehr werden. Was die meisten Kunden nicht ahnen: Nicht alles bei Rossmann ist besser als bei Schlecker. Es gibt auch eine dunkle, verborgene Seite des Rossmann-Reiches. Handelsblatt-Recherchen werfen erstmals Licht auf ein Geflecht aus Subunternehmen mit englischen Namen und polnischen Töchtern. Auf ihnen steht nicht „Rossmann“ - und doch sind auch sie mit Dirk Roßmann, dem Chef der Drogeriemarktkette, verbunden.

Nicht ohne Grund arbeiten die Subunternehmen im Verborgenen. Ihre Beschäftigten befüllen bei Rossmann die Regale, erledigen Inventuren, sitzen an der Kasse. Sie sind Billiglöhner, verdienen deutlich weniger, als es die Einzelhandelstarife vorgeben.

Die Potsdamer "Instore Solution Services GmbH" (ISS) ist so ein dunkler Fleck. Dirk Roßmanns Investitionsfirma ist an der ISS mit 49 Prozent beteiligt. So steht es im Jahresabschluss der "Rossmann Beteiligungs GmbH" vom Sommer 2011. Knapp 32 Millionen Euro Umsatz machte die ISS 2010 und 1,27 Millionen Euro Gewinn. Zahlen, über die sich Dirk Roßmann freuen dürfte.

Mitarbeiter und Teamleiter der ISS haben hingegen weniger zu lachen. Sie berichten dem Handelsblatt, wie das System Rossmann funktioniert: In den frühen Morgenstunden rücken sie an. Auf Palettenwagen stehen die Shampoo-Flaschen, Baby-Gläschen und Deko-Kerzen, die sie in die Regale räumen. Ein Sortiment von über 17 000 Produkten. Bis neun Uhr, wenn die Läden öffnen, sollen die ISS-Leute fertig sein. Brauchen sie länger, verdienen sie für die Überstunden meist nichts, klagen Beschäftigte.

Kommentare (25)

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m1ausb

15.05.2012, 09:13 Uhr

..dann muss ein Pole nur 7 Tage in Deutschland über Werkvertrag arbeiten, um auf seinen polnischen monatlichen Mindestlohn von 1.500 zl. netto zu kommen.

Leserin1

15.05.2012, 12:19 Uhr

Schlimm dass in Deutschland geltende Tarifverträge so umgangen werden können.
Jedoch muss man nicht polnische »Billiglöhner« holen. Beim renomierten Gartencenter Pflanzen Kölle verdienen viele Aushilfen im Kassen- und Gartenbereich weniger als 6,00 EUR die Stunde und erfahren ihren Arbeitsplan meistens Freitags für die kommende Woche. Dafür braucht man kein polnisches Subunternehmen, dort arbeiten überwiegend Deutsche.

gutschlecker

15.05.2012, 12:33 Uhr

Dieser saubere Herr Rossmann.
Wie ich schon in anderen Foren schrieb:Leuchtet doch mal diesen sauberen ROSSMANN durch.
Über Schlecker herziehen.Schlecht machen bis zum geht nicht mehr um seine Taschen zu füllen und die Mitarbeiter zu Niedrigstlöhnen schuften zu lassen!! Der beste Freund von Frau Wulff und Mann.
Schäm Dich...........

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