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27.02.2014

18:00 Uhr

Lokführergewerkschaft

Tarifverhandlungen drohen zu scheitern

Die Bahn und Lokführergewerkschaft fordert von der Bahn ein neues Angebot, um die berufliche Absicherung der Lokführer zu verbessern. Bis 4. März kann die Bahn sich entscheiden, ob sie auf die Forderung eingehen will.

Die Tarifverhandlungen mit Lokführern sind ausgesetzt – noch droht die GDL nicht mit einem Streik. dpa

Die Tarifverhandlungen mit Lokführern sind ausgesetzt – noch droht die GDL nicht mit einem Streik.

BerlinDie Tarifverhandlungen über die berufliche Absicherung der Lokführer bei der Deutschen Bahn stehen wieder auf der Kippe. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Bahn erklärten die Tarifrunde am Donnerstag nach einem ergebnislosen Treffen in Berlin für unterbrochen.

Die GDL erwartet von der Bahn bis zum 4. März ein neues, verbessertes Angebot. Darüber will das Unternehmen in den nächsten Tagen nachdenken. Sollten beide Seiten dann eine gemeinsame Grundlage sehen, ist für den 5. März ein weiteres Sondierungsgespräch und für den 20. März eine Verhandlungsrunde vereinbart.

„Wir sind am heutigen Tage nicht weitergekommen. Das Angebot, das auf dem Tisch liegt, ist aus Sicht der GDL nicht ausreichend“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Wenn die Bahn bis zum 4. März keine neue Offerte vorlege, würden die Tarifgremien der GDL am 10. März über das Scheitern der Verhandlungen beraten. Mit einem Streik drohte Weselsky am Donnerstag nicht.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Strittig ist nach wie vor, welche Personengruppe im Fall einer Berufsunfähigkeit tariflich einen besonderen Schutz mit einer Einkommensgarantie erhalten soll. Es geht darum, ob lediglich nach einem Zugunfall traumatisierte Lokführer oder auch andere Lokführer mit Gesundheitsproblemen in den Genuss einer solchen Regelung kommen. Die Betroffenen sollen sich statt eines anderen Arbeitsplatzes beim Bahnkonzern auch für eine Abfindung entscheiden können.

Weselsky sagte, Bahn und GDL seien auch noch uneins über die Dauer einer Zeitspanne, in der berufsunfähige Lokführer nicht an einen weit entfernten Ort versetzt werden dürften. Für die GDL sei das ein wichtiges Anliegen.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte: „Das Hauptanliegen der GDL haben wir mehr als erfüllt. Was wir als Schutzpaket angeboten haben, geht weit über das hinaus, was üblich ist.“ Weil die GDL am Donnerstag weiterreichende Forderungen gestellt habe, befänden sich die Verhandlungen an einem schwierigen Punkt. Die Bahn werde nun bewerten, ob auch diese zusätzlichen Punkte berücksichtigt werden könnten.

Von

dpa

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