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12.05.2015

15:17 Uhr

Ludwig Beck kauft Wormland

Münchner Kult-Modehaus will mit dem Trend gehen

VonGeorg Weishaupt

Frech, für Männer, Wormland. Weil das Modehaus Ludwig Beck hipper sein will, hat es das Unternehmen Wormland gelauft – und geht damit in eine völlig neue Mode-Richtung.

nutzt der Moderiese Wormland, um auf sich aufmerksam zu machen. Ludwig Beck im Gegenzug hat keinen eigenen Online-Auftritt. dpa/picture-alliance

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nutzt der Moderiese Wormland, um auf sich aufmerksam zu machen. Ludwig Beck im Gegenzug hat keinen eigenen Online-Auftritt.

MünchenDas renommierte Münchener Modehaus Ludwig Beck ändert seine Strategie. Bisher war es mit seinen Läden ganz auf die bayerische Hauptstadt konzentriert. Jetzt hat es zu einem nicht genannten Preis den Herrenmodefilialisten Wormland aus Hannover gekauft. Damit übernimmt Ludwig Beck 15 Wormland-Filialen in Deutschland.

Dazu gehören große Wormland-Läden in 1A-Lagen ebenso wie die kleineren „Theo“-Geschäfte vorwiegend in Einkaufszentren. Bislang hatte das Münchener Unternehmen nur das große Kaufhaus Ludwig Beck am Rathaus Eck, gleich am Marienplatz der bayerischen Metropole sowie den Kosmetikladen „Hautnah“ in den Fünf Höfen.

Außerdem baut das Münchener Unternehmen, das stark auf Damenmode sowie Kosmetik und Tonträger fokussiert war, sein Herrenmode-Geschäft kräftig aus. Denn Wormland ist auf Herrenmode spezialisiert. „Jetzt haben wir uns deutschlandweite Kompetenz in der Herrenmode hinzugekauft“, sagte Jens Schott, Chef des Rechnungswesens von Ludwig Beck. Dazu gehört auch ein großer Online-Shop.

Mit der Übernahme von Wormland erhöhen die Münchener ihren Umsatz von gut 100 auf rund 180 Millionen Euro. In diesem Jahr dürfte er zeitanteilig auf rund 164 Millionen Euro wachsen. Das prognostizierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde sich, teilte Ludwig Beck mit, dadurch auf rund 17 bis 19 Millionen Euro  deutlich erhöhen. Auch die Mitarbeiterzahl verdoppelt sich auf etwa 900.

Mit der Übernahme reagiert das Unternehmen auf den neuesten Trend in der Modebranche. Die Modemarken eröffnen derzeit immer mehr Monomarkenshops in den deutschen Innenstädten. Sie wolle so ihr Markenprofil schärfen – und machen damit dem klassischen Textilhandel Konkurrenz.

Das ist eine gewaltige Herausforderung für die letzten großen eigenständigen Textilhäuser in Deutschland wie Ludwig Beck. Die Münchener versuchen sich als „Kaufhaus der Sinne“ mit hochwertigen Marken von der Konkurrenz abzuheben. Andere große Einzelhändler wie Engelhorn in Mannheim und das Stuttgarter Textilkaufhaus Breuninger setzen ebenfalls auf hochwertige Marken, Gastronomie, Vielfalt und besonders viel Service-Angebote.

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