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04.01.2017

12:11 Uhr

Luftfahrt

Lufthansa stellt Tausende neue Leute ein

Der Tarifkonflikt bleibt ungelöst – dennoch stellt die Lufthansa dieses Jahr tausende von neuen Mitarbeitern ein. Zeitgleich werden aber auch Stellen gestrichen. Die Neueinstellungen fallen besonders in einen Bereich.

Vor allem Flugbegleiter werden bei der Lufthansa im Jahr 2017 neu eingestellt. dpa

Lufthansa

Vor allem Flugbegleiter werden bei der Lufthansa im Jahr 2017 neu eingestellt.

FrankfurtDie Lufthansa sucht trotz der ungelösten Tarifkonflikte im Unternehmen dieses Jahr gut 3000 neue Mitarbeiter. Der Großteil der Neueinstellungen entfalle mit konzernweit 2200 auf die Flugbegleiter, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Rund 1400 davon sollen bei der Lufthansa direkt an den Hauptflughäfen Frankfurt und München arbeiten, der Rest entfalle auf die Tochter-Airlines Eurowings, Austrian und Swiss. Gleichzeitig baut die Lufthansa aber auch Jobs ab. „Es wird in einigen Bereichen wie Lufthansa Technik und der Catering-Tochter LSG wie angekündigt Umstrukturierungen geben“, sagte ein Konzernsprecher.

Streitpunkte: Das fordern die Lufthansa-Piloten

Vergütung

Seit fast vier Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über höhere Vergütungen, hat bislang aber alle Angebote der Lufthansa abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Piloten der Fluggesellschaft erhalten aber auch ohne tarifliche Erhöhungen jedes Jahr automatisch einen Zuschlag von drei Prozent auf ihr Gehalt – bis zu einem Alter von 55 Jahren.

Vorruhestand

Früher mussten Piloten mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – und erhielten für die Zeit bis zum offiziellen Renteneintritt 60 Prozent ihres letzten Gehalts. Doch nicht nur das Bundesarbeitsgericht kippte diese Altersgrenze, sondern auch der Europäische Gerichtshof – und zwar auf Klage mehrerer Piloten. Entsprechend versucht der Vorstand, die sogenannte Übergangsvergütung zu verringern.

Altersrente

In der betrieblichen Altersversorgung garantierte Lufthansa bislang eine Verzinsung von sechs bis sieben Prozent des eingezahlten Betrags. Weil dies in Zeiten der Nullzinspolitik zu überbordenden Pensionsrückstellungen führt, will man sich von der Zusage trennen.

Derzeit zählt der Flugkonzern weltweit 120.000 Mitarbeiter, 67.000 davon in Deutschland. Ungelöst sind weiterhin die seit Jahren schwelenden Arbeitskonflikte bei der Billigfluglinie Eurowings mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und bei der Kranich-Linie selbst mit den Piloten. Hier drohen aber wegen einer Schlichtung bis Ende Januar keine neuen Streiks.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Hans-Jörg Griesinger

04.01.2017, 13:06 Uhr

Lufthansa „Saftschubsen“ die dann über die Leiharbeit angeworben werden?
Haben zwar eine schicke Lufthansa Uniform an, werden aber von einem Leiharbeitszuhälter bezahlt.
So wird es doch laufen?!


Herr Hans-Jörg Griesinger

04.01.2017, 13:07 Uhr

Nach Medienberichten greift auch die Deutsche Lufthansa wegen des angeblich bestehenden Kostendruckes auf das Angebot eines Personaldienstleisters zurück. Die zusätzlichen Mitarbeiter werden von diesem als Arbeitnehmer eingestellt. Zunächst einmal werden sie für zwei Jahre als Stewards beziehungsweise Stewardessen bei der Lufthansa eingestellt. Dabei müssen sie sich bis auf das Einstiegsgehalt mit schlechteren Konditionen beim Gehalt zufrieden geben.

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