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12.12.2011

14:26 Uhr

Luftfahrt

Neues Gebot für verlustreiche Lufthansa BMI

Virgin Atlantic hat laut einem Medienbericht ein unverbindliches Gebot für die verlustbringende Lufthansa-Tochter BMI abgegeben. Damit bringt sich die Fluglinie des Milliardärs Richard Branson erneut ins Gespräch.

Lufthansa-Tochter British Midland Airways (BMI) am Flughafen Heathrow in London dapd

Lufthansa-Tochter British Midland Airways (BMI) am Flughafen Heathrow in London

LondonBritish Airways hat den Zuschlag für die Lufthansa -Tochter-Airline BMI noch nicht sicher. Die Briten waren sich mit der Lufthansa vor einem Monat prinzipiell handelseinig geworden und hatten eine Eckpunkte-Vereinbarung über die Übernahme von BMI geschlossen. Gleichzeitig verhandelt die Lufthansa aber weiter mit der Fluglinie Virgin Atlantic, die ebenfalls für die defizitäre Tochter des deutschen Marktführers geboten hatte. „Wir haben mit Virgin Ende November eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag. Der Konzern werde die Qualität der Kaufofferten bewerten und sich anschauen, welche die besten Zukunftsaussichten für BMI biete.

Die Gebote der beiden britischen Luftfahrt-Konzerne liegen einem Zeitungsbericht zufolge weit auseinander. Virgin wolle mit etwa 50 Millionen Pfund nur halb so viel für BMI zahlen wie die British-Airways-Mutter IAG, schreibt die britische „Times“ unter Berufung auf Bankenkreise. Virgin setze darauf, dass die Wettbewerbsbehörden weniger Bedenken im Vergleich zu einer BMI-Übernahme durch IAG haben würden.

Die dominante Position von British Airways am Flughafen London-Heathrow könnte die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen. Die Airline hält 42 Prozent der Landerechte - im Branchenjargon Slots genannt - in Heathrow, BMI kontrolliert weitere neun Prozent. Ein Zusammengehen von British Airways mit BMI wäre verheerend für den Wettbewerb, sagte eine Sprecherin von Virgin Atlantic.

Für Luftfahrt-Experten Stefan Kick von Silvia Quandt Research macht die zweigleisige Verhandlungstaktik der Lufthansa Sinn. Falls die Kartellbehörden den Verkauf an British Airways blockierten, stehe ein zweiter Käufer bereits in den Startlöchern.

Börsianer beruhigte das wenig. Die im deutschen Leitindex Dax gelisteten Lufthansa-Titel verloren 3,1 Prozent auf 8,82 Euro, die von IAG in London gut vier Prozent.

BMI ist ein großer Bremsklotz für die Lufthansa. Seit der Vollübernahme 2009 flog die Tochter Verluste von 315 Millionen Euro ein. BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt nicht sehr gut in das Streckennetz der Lufthansa. Zudem hatte Lufthansa BMI verstärkt als Ferienflieger in die Urlaubsländer Nordafrikas ausgerichtet. Dieses Geschäft brach jedoch wegen der Unruhen in der Region ein.

Von

rtr

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